Nach dem besiegelten Abstieg in die Fußball-Oberliga strukturiert sich der Wuppertaler SV personell neu. Der Verwaltungsrat beendete am Montag, dem 18. Mai 2026, die Zusammenarbeit mit Cheftrainer Mike Wunderlich und Interimssportberater Stephan Küsters, um die sportliche Führung für die im August beginnende Saison zeitnah neu aufzustellen.
Der Verwaltungsratsvorsitzende Dirk Polick informierte beide Akteure telefonisch beziehungsweise in einem persönlichen Gespräch über die Entscheidung. Während Küsters im März mit geringen Kompetenzen und ohne Budget als Berater einsprang, verlässt Wunderlich den Verein nach einer abschließenden 0:1-Niederlage gegen den Bonner SC.
Für die sportliche Neuausrichtung und die Klärung grundsätzlicher Fragen zur Vorgehensweise hat der Verein eine Sitzung für den kommenden Mittwoch angesetzt. Vorstandsmitglied Ludger Kineke stellte im Vorfeld klar, dass die operative Verantwortung beim Vorstand verbleibt.

„Wir sind mit dem Verwaltungsrat übereingekommen, dass wir am Mittwoch grundsätzliche Fragen zur weiteren Vorgehensweise und zur Saisonplanung diskutieren“, erklärte Vorstandsmitglied Ludger Kineke.
Anzeige
Weiterlesen
Nach Angaben von Kineke besteht über die Zuständigkeiten im Verein für das sportliche Tagesgeschäft bereits vollkommene Gewissheit.
„Darüber besteht Klarheit“, sagt Kineke.

Eine Absage für eine erweiterte Führungsposition im Verein erteilte unterdessen der Leiter des Nachwuchszentrums, Marc Bach, der die aktuelle Struktur nicht gefährden möchte.
„Es ehrt mich, wenn man meint, ich sei der Richtige. Aber meine jetzige Aufgabe als Leiter des Nachwuchszentrums macht mir unheimlich viel Spaß. Wir haben Strukturen geschaffen, die funktionieren, und sind mitten in der Kaderplanung. Da wäre es für den Verein kontraproduktiv, schon wieder etwas zu ändern“, so Marc Bach.
Der 48-Jährige betonte, dass er sich auf seiner aktuellen Position im Nachwuchsbereich, die er im Dezember 2025 übernahm, optimal eingesetzt sieht.

„Ich denke, ich bin auf der richtigen Position“, so Bach.
Bach verwies zudem auf den hohen Arbeitsaufwand in der Jugendabteilung und bedankte sich bei seinen Unterstützern im Verein sowie bei seinem Hauptarbeitgeber für das entgegengebrachte Verständnis.
„Es ist unheimlich viel Arbeit. Umso dankbarer bin ich, dass mich Chris Pölking, Dominik Evangelou und Philip Walz unterstützen und wir es auf mehrere Schultern verteilen können. Aber natürlich soll auch mein Hauptarbeitgeber nicht leiden“, sagte Bach.

In einem Gespräch mit Verwaltungsratschef Polick regte Bach zudem strukturelle Veränderungen für den Verein an, wie etwa die Abschaffung des reinen Profibetriebs in der Oberliga.
„Dabei habe ich meine Sichtweise dargestellt. Eine davon ist, das Profitum abzuschaffen und das Training in den Abend zu verlegen. Ein Grund: Wenn A-Jugendliche oben mittrainieren sollen, brauchen wir für den Nachmittag jedes Mal eine Unterrichtsbefreiung. Es besteht ja Schulpflicht“, erklärte Bach.
Für die Nachfolge auf dem Trainerposten werden im Umfeld des Vereins bereits die Namen von Tim Schneider vom VfB Hilden sowie dem aktuellen WSV-A-Jugendtrainer Ismail Jaroui gehandelt.
