Seit der Nacht zu Dienstag (19. Mai) wurde ein Baby aus der Helios St. Johannes Klinik in Duisburg-Hamborn vermisst. Die Mutter soll das Kind gegen ärztlichen Rat mitgenommen haben. Inzwischen wurde der Junge mit seiner Mutter wohlbehalten in Ungarn gefunden. Dies sagte die Duisburger Polizei unserer Redaktion. Eine weitere Behandlung sei nicht nötig. Zuerst hatte der WDR berichtet.

Nach der Frau und dem Baby war zuvor mehrere Stunden lang gefahndet worden. Dabei kam auch ein Personensuchhund zum Einsatz. Zunächst hatte es geheißen, das Kind sei sehr schwer krank, sogar von Lebensgefahr war die Rede. Wie es mit Mutter und Kind nun weitergeht, blieb zunächst unklar.

Nach Informationen der „WAZ“ sollte es sich um einen Kinderschutzfall handeln, weshalb auch die Kinderschutzgruppe hinzugezogen wurde. Sie wird dann einbezogen, wenn das Kindeswohl gefährdet sein könnte – etwa aufgrund von Verletzungen oder Vernachlässigung.

Der Fall hatte in Duisburg einiges Aufsehen ausgelöst. In derartigen Fällen könne die Klinik selbst nicht viel ausrichten, erklärte ein Helios-Sprecher am Mittag auf Anfrage unserer Redaktion. „Wenn die Eltern mit ihrem Kind wieder gehen wollen, können wir sie ja nicht daran hindern. Wir können nur darauf aufmerksam machen, dass dies gegen den ausdrücklichen ärztlichen Rat passiert.“

Anders sieht das aber bei lebensgefährlichen Erkrankungen aus, hier kann dann eine akute Kindeswohlgefährdung festgestellt und die Polizei informiert werden.