Universität in Aachen
China-Spione sollen RWTH-Forscher ausgespäht haben
20.05.2026 – 12:31 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Super-C-Gebäude der RWTH Aachen (Archivbild): Forscher der Uni sollen ausgespäht worden sein. (Quelle: IMAGO/Olaf Döring)
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Ermittler nehmen ein Ehepaar aus München fest. Die Verdächtigen sollen gezielt Kontakte zu Forschern der RWTH Aachen gesucht haben.
Die Generalbundesanwaltschaft hat ein mutmaßliches Spionage-Netzwerk mit Verbindungen nach China zerschlagen. Fahnder des bayerischen Landeskriminalamts nahmen laut Behördenangaben am Mittwoch in München ein Ehepaar fest. Die Beschuldigten sollen gezielt Wissenschaftler deutscher Hochschulen ausgespäht haben – darunter laut „Spiegel“-Informationen auch Forscher der RWTH Aachen.
Bei den Festgenommenen handelt es sich um den 55-jährigen Xuejun C. und seine 52-jährige Ehefrau Hua S. Beide sind deutsche Staatsbürger mit chinesischen Wurzeln. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen geheimdienstliche Agententätigkeit für China vor.
Nach Erkenntnissen der Ermittler sollen die Verdächtigen gezielt Kontakt zu Professoren und Lehrstuhlinhabern gesucht haben, die an militärisch nutzbaren Technologien arbeiten. Im Fokus standen demnach unter anderem Luft- und Raumfahrttechnik, Künstliche Intelligenz und Informatik.
RWTH Aachen: Forscher zu Vorträgen eingeladen
Die Beschuldigten sollen sich gegenüber Wissenschaftlern als Dolmetscher oder Mitarbeiter eines deutschen Autoherstellers ausgegeben haben. Auf diese Weise hätten sie ein Netzwerk zu Forschern aufgebaut.
Laut Ermittlern luden die Verdächtigen dann Wissenschaftler gegen Honorar zu Vorträgen nach China ein. Dort hätten die Forscher nach bisherigen Erkenntnissen jedoch nicht vor zivilem Publikum gesprochen. Stattdessen sollen Mitarbeiter chinesischer Rüstungsunternehmen anwesend gewesen sein.
Zeitgleich zu den Festnahmen durchsuchten Ermittler die Wohn- und Arbeitsräume des Ehepaars. Weitere Maßnahmen richteten sich laut der Behörde gegen neun Zeugen in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Bei den Zeugen handelt es sich demnach überwiegend um Wissenschaftler.
Die beiden Beschuldigten sollen am Mittwoch dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt werden. Dort soll über die Untersuchungshaft entschieden werden. Das Verfahren wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz geführt. Mit den polizeilichen Ermittlungen ist das Bayerische Landeskriminalamt beauftragt.
