Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) begrüßt den Aktionsplan der EU. Unabhängig davon bestehe allerdings dringender Handlungsbedarf für die unmittelbar bevorstehende Einlagerungsphase von mineralischem Stickstoffdünger für das kommende Frühjahr: „Wir befürchten, dass Landwirte ihren Düngemittelbezug für die kommende Saison in der Hoffnung auf sinkende Preise und aufgrund weiterhin relativ niedriger Getreidepreise hinauszögern. Erste Anzeichen dafür gibt es bereits. Dem muss gegengesteuert werden“, sagte DRV-Geschäftsführer Dr. Philipp Spinne.
Er fordert daher kurzfristige Kaufanreize für Landwirte für Stickstoffdüngemittel. „Wir setzen uns für ein Preisabsicherungssystem ein, welches beim Landwirt als Käufer von Düngemitteln kurzfristig ansetzt und nur greift, falls der Düngemittelpreis bis Februar 2027 stark nachgibt. Damit minimiert sich das finanzielle Risiko für die Landwirte, die sich frühzeitig eindecken und damit zur Versorgungssicherheit beitragen.“
Üblicherweise bestellen Landwirte den Dünger für die kommende Saison ab Juni. Halten sie sich jedoch zurück, wird auch der Handel seine Lager kaum befüllen und es wird weniger Stickstoff importiert. Möglicherweise wird sogar europäische Ware exportiert. Als Konsequenz könnte der Bedarf im Frühjahr nicht mehr gedeckt werden und die Ernte 2027 wird spürbar beeinträchtigt.