Auf die neueste Errungenschaft des Flachsmuseums in Beeck mussten die Besucher beim Internationalen Museumstag noch verzichten: Das Café Linum wird erst am 12. Juli am Tag des Dorftrödels eröffnet. „Wir wollen hier zunächst sonntags und später auch an anderen Tagen Kaffee und Kuchen im Rahmen einen Cafébetriebs anbieten“, verrät Gorg Wimmers, Vorstandvorsitzender des Heimatvereins Wegberg-Beeck. Im Museum haben bereits die ersten kleinen Veränderungen im Eingangsbereich stattgefunden, sodass das Café direkt angesteuert werden kann. Die Betreiberin rechne durchaus mit einem großen Zuspruch, so Wimmers. Nicht nur Museumsbesucher, auch Radtouristen werde sie zu ihren Gästen zählen können.
Nicht nur das Flachsmuseum, auch das zweite Beecker Erlebnismuseum, das Trachtenmuseum, steht an diesem Museumstag allen Besuchern offen. „Wir sind froh, im großen Rahmen des Internationalen Museumstags als kleines privates Museum im öffentlichen Licht zu stehen.“ Der Tag bringe den Beecker Einrichtungen überregionale Werbung. „So bekommen wir neue Besucher von auswärts“, meint Wimmers. Er hat mit seinen Mitstreitern vom Heimatverein für beide Museen ein Programm ausgearbeitet.
„Im Flachsmuseum bieten wir zwei ausführliche Führungen und praktische Anleitungen mit dem Titel ,Der Weg vom Flachs zum Leinen‘ an, nach denen die Teilnehmer anschließend das Flachsdiplom erlangen können.“ Die Sonderausstellung „Flachs für die Zukunft“, soll verdeutlichen, dass Flachs nicht nur ein Material der Vergangenheit ist, auch wenn es während des gesamten Tages Vorführungen traditioneller Handwerkskunst gibt. „Spinnen und Weben zum Anschauen, Anfassen und Ausprobieren“, so Wimmers. Langsam wachse wieder das Bewusstsein für die vielseitige Verwendung des natürlichen Rohstoffs Flachs.
Der Verweis auf das benachbarte Museum für europäische Volkstrachten darf nach dem Besuch des Flachsmuseums nicht fehlen. Auch dort warten nach einem kurzen Fußweg erstaunliche Einblicke auf die Besucher, denen bewusst wird, dass Trachten im Prinzip zeitlos sind und es sie immer gegeben hat und immer noch gibt. Gregor Laufenberg hat sich an diesem Tag vorgenommen, die Besucher mit Bild und Ton zu informieren. Er organisiert die Sonderausstellung „Multimediale Zeitreise 50er- bis 90er-Jahre“. Wie Wimmers sagt, ist dieser 17-minütige Film zu einer besonderen Attraktion geworden, der bei vielen Betrachtern Erinnerungen an die eigene Jugend weckt oder ihnen optisch und akustisch verdeutlicht, welcher Modegeschmack und welche Musikrichtung vor ein paar Jahrzehnten vorherrschten. Bei freiem Eintritt bieten die Vereinsmitglieder gerne auf Wunsch ausführliche Führungen an.
Wimmers zog am Nachmittag ein erfreuliches Fazit: „Es war irre was los.“ In beide Museen seien fast 200 Besucher gekommen. Nur auf Kaffee und Kuchen mussten sie verzichten, den gibt bald im Café Linum.