1893 Unterschriften kann die Online-Petition der Ratsfraktion FDP-WfW mittlerweile vorweisen, Stand gestern Abend. „2000 wäre schon ein Erfolg“, zeigt sich der liberale Ratsherr Manfred Todtenhausen zuversichtlich, dass die Zahl der Menschen noch steigen wird, die sich für seine Idee aussprechen, dass Wuppertal offiziell den Zusatznamen „Schwebebahnstadt“ bekommt.

Er verweist auf das aktuelle Jubiläum des verkehrstechnischen Unikums und sieht eine historische und symbolische Gelegenheit gegeben: „Die Schwebebahn wird in diesem Jahr 125 Jahre alt. Das wäre doch ein passendes Geschenk an die Stadt“, findet Todtenhausen. „Andere Städte werben ja auch mit ihren Besonderheiten“, argumentiert er und nennt die „Klingenstadt“ Solingen als Beispiel. Oder wie es in der Petition formuliert ist: „Der Zusatzname steht für eine konsequente Profilbildung und ein wirtschaftlich sinnvolles Stadtmarketing. Er nutzt ein bestehendes, international bekanntes Alleinstellungsmerkmal, ohne zusätzliche bürokratische oder finanzielle Belastungen zu verursachen.“

Oberbürgermeisterin Miriam Scherff sagt: „Natürlich ist Wuppertal Schwebebahnstadt für mich – und so viel mehr.“ Sie sagt aber auch: „Dafür, ihr diesen oder einen anderen Namenszusatz zu geben, gibt es bisher keine politische Mehrheit in unserer Stadt.“

Todtenhausen und seine Mitstreiter der FDP/WfW-Fraktion wissen, dass sie bei den anderen Fraktionen weiterhin nicht auf Gegenliebe mit ihrem Vorschlag treffen. „Den Vorschlag hat seine Fraktion ja schon vor wenigen Monaten im Rat eingebracht“, erinnert sich Denise Frings, die Fraktionsvorsitzende der Wuppertaler Grünen, und sagt: „Wir halten das für wenig sinnvoll. Wir könnten uns genau so Engels-Stadt oder vieles andere nennen.“ Einen tatsächlichen Nutzen wie etwa die Generierung von mehr Tourismus habe die Stadt davon vermutlich nicht, erklärt Frings.

Ähnlich sieht es Salvador Oberhaus von der der Linken. „Pina-Bausch-Stadt würde sich auch anbieten. Aber eigentlich geht es der FDP nur darum, mit Effektheischerei Aufmerksamkeit zu erregen. Ansonsten bringt das der Stadt gar nichts“, meint Oberhaus. Und ohne einen „breiten politischen Dialog in der Stadtgesellschaft“ sei ein solcher Zusatzname ohnehin nicht umsetzbar, so der Linke.

Dreiviertelmehrheit
im Rat wäre notwendig

Wie Stadtsprecher Thomas Eiting erklärt, wäre rechtlich eine Mehrheit von drei Vierteln der Mitglieder des Rates (aktuell 61 Personen) für die Bestimmung einer Zusatzbezeichnung erforderlich. Eiting: „Damit ist die Hürde übrigens genauso hoch wie für eine Änderung des gesamten Stadtnamens.“

Todtenhausen ist sich hingegen sicher: „90 Prozent der Menschen in Wuppertal sind dafür. Denn die Schwebebahn ist weltweit einzigartig und mit nichts zu vergleichen. Und wie heißt es so schön: Einmal im Leben durch Wuppertal schweben…“

Die Petition findet man im Internet unter