
Deutschland war bei der Eishockey-WM kurz davor, gegen die USA den ersten Sieg zu feiern – dann sorgte ein strittiges Gegentor für die Overtime, schließlich hatte der Olympiasieger beim 4:3 (1:1, 1:2, 1:0, 1:0) im Penaltyschießen die Oberhand.
Das DEB-Team legte einen echten Blitzstart hin. Frederik Tiffels vergab nach 55 Sekunden zwar die erste Großchance, er und seine Kollegen setzten aber nach und ermöglichten so Moritz Seider nach genau einer Minute den Treffer zum 1:0. Mit einem Schuss von der blauen Linie sorgte der Kapitän für das erst dritte deutsche Tor im vierten Spiel der WM-Gruppenphase.
USA drehen die Partie zunächst
In dem tat sich der Olympiasieger zunächst weiter schwer, erspielte sich mit fortlaufender Spieldauer aber immer mehr Chancen, die Philip Grubauer aber stark entschärfen konnte. Das war in der 15. Minute allerdings nicht mehr der Fall, als Tiffels und Fabio Wagner den Puck unmittelbar vor dem eigenen Tor verloren und Isaac Howard „thank you“ sagte, das 1:1 für die USA erzielte.
Im zweiten Drittel diktierten die Amerikaner die Partie zunächst und schnürten Deutschland vor dem eigenen Tor ein. Grubauer war unter Dauerbeschuss und konnte dem Druck des Gegners diesmal nicht so lange standhalten wie im ersten Durchgang. Im Nachsetzen brachte Max Sasson schließlich den Olympiasieger erstmals in Führung (26.).
Deutschland erst im Pech, dann mit dem Doppelschlag
Dem Team von Trainer Harold Kreis schien dann das Comeback zu gelingen, Kai Wissmann glich die Partie wieder aus – der Treffer zählte nach Ansicht der Videobilder wegen Abseits aber nicht, weil der Puck vorher die blaue Linie überschritten hatte (27.). Keinen Grund zur Klage gab es allerdings, als Tiffels nach der Hälfte der Spielzeit aus dem Gewühl und durch die Beine von US-Keeper Devin Cooley traf – diesmal zählte der Ausgleich (30.).
Deutschland war nun richtig im Aufwind, machte den Eindruck, endlich im WM-Turnier angekommen zu sein nach den Niederlagen gegen Finnland (1:3), Lettland (0:2) und die Schweiz (1:6). Das galt erst recht, als Marc Michaelis das 3:2 erzielte (33.) – damit hatte das DEB-Team in eineinhalb Dritteln mehr Tore erzielt als vorher in drei Partien. Und plötzlich war auch wieder die Hoffnung auf das Erreichen des Viertelfinals zurück.
Grubauer wird der Puck aus der Hand geschlagen
Und die hielt an, weil die USA nicht wieder in den Tritt kamen und Grubauer weiterhin einen starken Abend hatte. Doch dann hatte der deutsche Torhüter sehr viel Pech beim Ausgleich. Nach einem abgewehrten Schuss legte er die Fanghand auf den Puck, statt des Pfiffs und Bullys ging die Partie aber weiter und die Amerikaner stocherten die Scheibe wieder frei: Tommy Novak traf schließlich zum 3:3 (55.).
Überraschenderweise entschied sich Bundestrainer Kreis dagegen, die Coaches Challenge zu ziehen und das Gegentor zu überprüfen, so ging es mit dem Ergebnis in die letzten Minuten – und schließlich auch in die Verlängerung. In der hatten beide Mannschaften jede Menge Chancen auf die Entscheidung, sie fiel aber nicht. So gab es den Showdown im Penaltyschießen, in dem die USA die Oberhand behielten.
So geht das deutsche Team mit nur einem Punkt in die letzten drei Gruppenspiele, hat aber weiter die Möglichkeit, sich als eines der Top-4-Teams für das Viertelfinale zu qualifizieren. Am Freitag geht es gegen Ungarn (16.20 Uhr) weiter, am Tag darauf ist Österreich (20.20 Uhr) der Gegner, am Montag gibt es den Abschluss der Gruppenphase gegen Großbritannien (20.20 Uhr). Von nun ist Deutschland jedoch in der Siegpflicht.
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