(barni) Da staunten die Mitglieder des Jugendparlamentes nicht schlecht: Bürgermeister Christian Horn-Heinemann hatte zu verstehen gegeben, dass das vom Jugendparlament angestrebte Feuerwerksverbot nicht zulässig sei. Er verwies auf eine Stellungnahme vom Dezember 2025 auf eine Bürgeranfrage. Gegenüber unserer Redaktion erklärte Conrad Schots, Vorsitzender des Jugendparlaments: „Wir möchten an diesem Thema dranbleiben, hatten im Vorfeld mit verschiedenen Fraktionen gesprochen und sind jetzt enttäuscht.“

Was dem Jugendparlament sehr am Herzen liegt: Es möchte mehr Aufmerksamkeit auf die einzelnen Jugendfreizeiteinrichtungen lenken, die nicht so gut besucht werden, wie es wünschenswert wäre. Schots mutmaßt, dass diese Einrichtungen durch die Corona-Pandemie ein wenig in Vergessenheit geraten seien. Als weiteren Grund nannte er, dass sich die Öffnungszeiten der Jugendfreizeiteinrichtungen und die Schulzeiten zum Teil überschneiden. Wenn die Jugendlichen dann noch ein Hobby haben, sei möglicherweise keine Zeit mehr für den Besuch eines Jugendfreizeitzentrums. Trotzdem möchte das Gremium nicht resignieren, sondern „einen Lauf da reinbringen“: „Das wäre eine richtig coole Sache“, glaubt Schots.

Auf der letzten Sitzung war es nicht gelungen, einen stellvertretenden Vorsitzenden beziehungsweise eine stellvertretende Vorsitzende zu wählen. Bei Stichwahlen war es zu Stimmengleichheiten gekommen. Jetzt wurde Jonatan Röhling gewählt, und zwar mit deutlicher Mehrheit. Er gehört dem Kinder- und Jugendrat NRW an und ist in mehreren Sportvereinen in Kaarst aktiv. Der unterlegene Jakob Kutsche nahm es gelassen. Er wird zusammen mit Liam Schroers am Bundesvernetzungstreffen für Kinder und Jugendparlamente teilnehmen. Die Teilnahme ist kostenlos und das Jugendparlament beschloss, dass die Fahrtkosten übernommen werden. Gleichzeitig wurde beschlossen, den Austausch und die Kooperation mit anderen Jugendgremien in der Region anzustreben.

Das Jugendparlament strebt aber auch in Kaarst mehr Einfluss an. Seine Mitglieder gehören aktuell dem Jugendhilfeausschuss, dem Schulausschuss und dem Arbeitskreis Innenstadt an. Jetzt will das Jugendparlament Anträge für die Aufnahme in weitere Ausschüsse stellen. Den jungen Leuten geht es um die Verbesserung der Situation der Kaarster Kinder und Jugendlichen. Konkret möchten sie zusätzlich im Kulturausschuss, im Mobilitäts-, Umwelt-, Klimaschutz- und Landwirtschaftsausschuss sowie im Sportausschuss vertreten sein.