Mehr als 80 Jahre lang war das Grundstück an der Suitbertusstraße 149 im Eigentum der Familie des Schraubenfabrikanten Max Mothes und seiner Nachfahren. Sechs Jahre lang lebte der Standort als Kulturort „Boui Boui Bilk“ weiter. Seit der Grundsteinlegung im Juni 2022 entstand hier in Bilk dann das Mothes Karree. Mit der symbolischen Schlüsselübergabe der elf geförderten Mietwohnungen im Vorderhaus an der Suitbertusstraße am Mittwoch ist das Projekt nun abgeschlossen.
„Das Mothes Karree war von Beginn an mehr als ein Bauprojekt“, sagte Silke Vitenius, Nachfahrin der Fabrikantenfamilie Mothes. „Es war unser Wunsch, an diesem traditionsreichen Standort Wohnraum zu schaffen, der auch für Menschen mit normalem Einkommen bezahlbar bleibt.“
Das nun fertiggestellte Quartier weist begrünte Dachflächen, begrünte Außenanlagen und ein ruhiges Hofensemble auf. Junge Familien, Berufstätige und Senioren haben hier ein neues Zuhause gefunden – so wie es von Beginn an geplant war. Mit der Tecklenburg-Insolvenz Anfang 2024 geriet das Projekt allerdings kräftig ins Stocken. Doch auch der Insolvenzverwalter Markus Kier war damals gerade beim Mothes Karree zuversichtlich, dass es zügig weitergehen kann. Mit der Übernahme durch die Geiger Gruppe im Frühjahr 2025 konnten laufende Projekte weitergeführt und wie im Bilker Fall auch zu Ende gebracht werden.
Die von Tecklenburg durchgeführte Innenhofbebauung des Mothes Karree – 54 Eigentumswohnungen unterschiedlicher Größe sowie zwei Stadthäuser, verteilt auf zehn Hauseinheiten – ist bereits größtenteils bezogen, fünf Wohneinheiten sind noch zu erwerben. Mit dem Vorderhaus an der Suitbertusstraße findet das Quartier nun seinen städtebaulichen Abschluss: Die Lücke zwischen den Nachbargebäuden ist geschlossen, der Weg, der Vorderhaus und Hofbebauung verbindet, kann von allen Bewohnern in seiner vollen Länge genutzt werden.
Die elf Wohnungen im Vorderhaus hat die Familie Vitenius auf freiwilliger Basis als geförderten Wohnraum errichtet. Die Miete beträgt 7,34 Euro pro Quadratmeter. „Bezahlbares Wohnen in der Innenstadt ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit“, so Silke Vitenius. „Wir sind froh, mit diesem Haus einen konkreten und dauerhaften Beitrag leisten zu können – freiwillig und aus Überzeugung.“
Leonie Tillmans, Geschäftsführerin bei Tecklenburg, erklärt: „Was hier an der Suitbertusstraße entstanden ist, zeigt, wie sich ein ehemaliges Gewerbeareal in ein lebendiges, grünes Wohnquartier verwandeln lässt – ohne den Charakter des Stadtteils zu verändern.“