Mit der Rückkehr der „Star Wars“-Stories und dem kuscheligen Grogu scheint der nächste Blockbuster am Kinostart zu sein. Nicht ganz so einfach an der Kinokasse dürften es deutsche Filme wie „Home Entertainment“ haben. Ein Grund mehr, sie hier hervorzuheben.

1 Star Wars: The Mandalorian and Grogu

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Drei Jahre ist es her, dass diese niedlichsten aller grünen Ohren die Herzen von Disney+-Abonnentinnen in der dritten Staffel von „The Mandalorian“ mit neuen Abenteuern anrührten. Nun ist Grogu – bei vielen noch als „Baby Yoda“ abgespeichert – zurück, dieses Mal schaut der Kleine mit den großen Augen von der Kinoleinwand auf sein verzücktes Publikum hinab.

Der Kinofilm beginnt, wo die Serie aufhörte. Der Mandalorianer Din Djarin hat Grogu offiziell adoptiert und will ihn zu einem Mitglied der berüchtigten Kämpfer-Gilde ausbilden. Eigentlich hatte der Grünling ein Jedi werden sollen, diesen Plan durchkreuzte das eigentlich besiegte Imperium, dessen versprengte Vertreter nach wie vor Teile der Galaxis terrorisieren.

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Diesen Bösewichten stellt Din Djarin jetzt auf Auftragsbasis nach. Um Geld zu verdienen, aber eben auch, damit sein Azubi Felderfahrung sammeln kann und eines Tages ein Mandalorianer werden darf.

Ein besonders lukrativer Auftrag führt das Ziehvater-Sohn-Gespann ins Reich der riesenwurmartigen Hutten, deren berühmtester Vertreter Jabba einst Carrie Fisher im legendären goldenen Bikini an der Leine hielt.

„Dieser Film ist nicht nur was für Star-Wars-Fans und nicht nur für Leute, die die Serie gesehen haben“, sagte der Regisseur Jon Favreau auf seiner Pressetour in Berlin. Da hat er recht, Anschlussschwierigkeiten gibt es hier keine.

Warum man jetzt nach drei Staffeln einen Film im Kino ansehen soll, der sich anfühlt wie zwei Serienfolgen, fragt man sich zwar. Und freut sich dann doch, weil man mit vielen Menschen gemeinsam schaut. Und Mandalorianer wissen: „Das ist der Weg“. (Claudia Reinhard)

US 2026, 132 Min., R: Jon Favreau, D: Pedro Pascal, Sigourney Weaver, Jeremy Allen White

2 Home Entertainment

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Als eine Verabredung mit Freunden platzt, versuchen Florian und Marie, sich einen gemütlichen Filmabend zu machen. Aber die moderne Welt hat vor das Glück viel Schweiß gesetzt: sich für einen Lieferdienst entscheiden (4,8 Sterne Minimum) und für einen Film (was Ablenkendes, aber mit Anspruch, und klar – OmU!), dann die Zugangsdaten und Rabattcodes sortieren: Horror, man kennt’s.

Eine Komödie ist dieser Low-Budget-Film nicht wirklich; es ist nicht sehr lustig, diese Berliner Irgendwas-mit-Medien-Leute zu beobachten. Vermutlich auch, weil man dabei in den Spiegel schaut. Sind wir innerlich wirklich dermaßen leer? Als das Essen nicht kommt, wird ein zweites Mal bestellt.

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Wenn man beim Film falsch geklickt hat, kauft man ihn erneut. Und als der Versuch, Sex zu haben, nicht sofort klappt, lässt man’s halt. Dabei gibt es Fingerzeige in Richtung echteres Leben – ein Orakel im Parkhaus (Hanns Zischler) oder die unverkrampfte Nachbarin.

Man wünscht diesem übersättigten Paar Zwillinge oder einen Umzug nach Fürstenwalde, einfach raus aus der Blase. Kein Spaß, wie gesagt, aber hallt nach, und, schön kurz. (Antje Scherer)

DE 2025, 85 Min., R: Dietrich Brüggemann, D: N. Dubois, J. Bundschuh

3 In The Grey

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Rachel Wild ist eine Anwältin, die sich in den Grauzonen des internationalen Finanzkapitals als Schuldeneintreiberin etabliert hat. Nun soll sie den kriminellen Milliardär Salazar angehen, der die Rückzahlung eines Milliardenkredites verweigert.

Mit systematischen Bestechungen lässt Rachel Baustellen in Saudi-Arabien, Bohrinseln im Atlantik und weltweit Fabriken Salazars schließen. Ihr stehen mit Bronco und Sid zwei Männer fürs Grobe zur Seite. Als sie Salazar auf seiner Privatinsel an den Verhandlungstisch zwingt, müssen die beiden eine mögliche Extraktion der Chefin vorbereiten.

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Mit „In the Grey“ legt Guy Ritchie („Young Sherlock“) einen Action-Film im Old-School-Format vor, der nicht an Munition und halsbrecherischen Verfolgungsjagden spart. Das Trio der Hauptfiguren entfaltet sich in voller Coolness ohne nennenswerte Charaktereigenschaften zu entwickeln.

Dass hier eine Frau als mit allen Wassern gewaschene Unterhändlerin den Despoten kompetent in die Enge treibt, ist eine willkommene Abwechslung. Die einfallsreichen Action-Choreografien bestimmen den Unterhaltungswert dieses grundsoliden, aber keineswegs innovativen Genrestücks. (Martin Schwickert)

GB/US 2026, 98 Min., R: Guy Ritchie, D: Jake Gyllenhaal, Henry Cavill

4 Vivaldi und Ich

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Musik vermag die Fantasie zu beflügeln, die Realität zu erweitern, oder sie erträglich zu machen. Und sie ist oft ein Geschäft. Im Venedig des frühen 18. Jahrhunderts bewundert das Publikum nicht nur die Virtuosität des berühmten Mädchenorchesters des Waisenhauses Ospedale della Pietà.

Die Herren der besseren Gesellschaft fantasieren über die Mädchen, die ihre Gesichter hinter Sichtschranken oder Masken verstecken, als zukünftige Ehefrauen. Ihre Spenden und Heiratsvermittlungsgebühren halten das Waisenhaus am Laufen.

Die Emanzipationsgeschichte der Waise Cecilia

Das Absurde: Als Ehefrauen, die keinem Beruf nachgehen sollen, verstummen die Musikerinnen in der Welt da draußen.

Opernregisseur Damiano Michieletto erzählt sensibel in kühlen, schönen Bildern die Emanzipationsgeschichte der Waise Cecilia. In der Begegnung mit dem Komponisten Vivaldi, der durch seine fragile Gesundheit ähnlich gefangen ist, entdeckt Cecilia ihr besonderes musikalisches Talent, ihren Wert, ihre Bestimmung.

Sie testet mit dem neu gefundenen Selbstbewusstsein die gesetzten Grenzen aus, muss teuer dafür bezahlen und gewinnt doch – ihre Freiheit. (Ingolf Patz)

IT/FR 2025, 111 Min., R: Damiano Michieletto, D: Tecla Insolia, Michele Riondino, Fabrizia Sacchi

5 Die Legende des Wüstenkindes

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Die Geschichte des zweijährigen Hadara ist unglaublich: Bei einem Sandsturm verliert er in der marokkanischen Wüste seine Mutter und überlebt, indem er sich auf den Rücken eines Straußes schwingt. Die Straußenfamilie nimmt ihn auf, und so lebt er fortan unter Tieren: Auch mit einem Wüstenfuchs freundet er sich an.

Man könnte meinen, die Tiere in Gilles de Maistres „Die Legende des Wüstenkindes“ seien computergeneriert, doch tatsächlich hat er ausschließlich mit echten Tieren gedreht, wie auch schon in vorherigen Filmen.

So erzählt der Film die berührende Geschichte einer Mensch-Tier-Beziehung, die auf einer wahren Gegebenheit beruht, und beeindruckt mit spektakulären Naturaufnahmen. Eine zweite Erzählebene handelt von dem 15-jährigen Mädchen Sun, das Hadaras Geschichte in einem erfolgreichen Roman niedergeschrieben hat.

Sie glaubt, es handle sich dabei um eine fiktive Geschichte, die ihr Großvater ihr als Kind erzählt hat. Doch als sie für eine Preisverleihung in die Sahara eingeladen wird, erfährt sie, dass Hadara eine reale Person war. Es stellt sich die Frage: Wer hat eigentlich das Recht, eine Geschichte zu erzählen? (Emma Rotermund)

FR 2026, 92 Min., R: Gilles de Maistre, D: Nahel Tran, Zayn Sekkat

6 Mother Mary

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Ein gefallener Popstar und eine geschasste Modedesignerin treffen sich in einem düsteren Landhaus in der Nähe von London: Das ist die Ausgangssituation von David Lowerys „Mother Mary“.

Anne Hathaway spielt den titelgebenden Popstar, dessen echten Namen wir nie erfahren. Sie wirkt verstört, als sie bei ihrer ehemaligen Weggefährtin Sam Anselm (Michaela Coel) auftaucht. Die designte einst die Kostüme für Mother Mary und hegt heute Groll gegen sie.

Mehr Kulturtipps auf tagesspiegel.deNeuer „Stars Wars“-Film „The Mandalorian and Grogu“ Alle Macht dem Niedlichen Martinů, Beethoven und Brahms im Konzerthaus Im besten Sinne wahrhaftig Als Berlin der Nabel der Kunstwelt war „Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus“ in der Alten Nationalgalerie

Trotzdem lässt sie sich überzeugen, ein Kleid für ihre einstige Partnerin zu schneidern. Das Ganze sieht toll aus, Kameramann Andrew Droz Palermo arbeitet mit extremen Nahaufnahmen der ausdrucksstarken Gesichter der Schauspielerinnen. 

Das Problem jedoch ist, dass das, was sich die beiden zu sagen haben, nicht unbedingt Sinn ergibt – Bowerys Drehbuch ist nicht stark genug für ein Kammerspiel. Immerhin machen die Konzertszenen großen Spaß, die es zwischendurch zu sehen gibt, inklusive eigens für den Film kreierter Popsongs von Jack Antonoff, Charli xcx und FKA Twigs. (Inga Barthels)

US/DE 2025, 110 Min., R: David Lowery, D: Anne Hathaway, Michaela Coel, Hunter Schafer