Die Variante GO Plus richtet sich an komplexere Einsatzszenarien. Sie bietet satellitenfähiges Tracking für Regionen mit geringer Netzabdeckung, einen integrierten WLAN-Hotspot für Anwendungen im Fahrerhaus sowie automatisierte Datenübertragungen im Depot. Eine integrierte Batterie speichert im Falle eines Unfalls fünf Sekunden hochpräziser Fahrzeugdaten, die laut Anbieter unter anderem für Versicherungs- und Haftungsfragen genutzt werden können.
Beide Geräte bilden die technische Grundlage für den KI-Assistenten Geotab Ace. Dieser soll Fahrzeug- und Betriebsdaten automatisiert auswerten und Flottenmanagern handlungsrelevante Informationen bereitstellen.
Asset-Tracking für Trailer, Geräte und Werkzeuge
Mit der neuen Produktlinie GO Anywhere erweitert Geotab die Plattform auf Anhänger, Geräte und weitere mobile Assets.
Die Basisversion ist für nicht motorisierte Assets wie Trailer oder stationäre Geräte ausgelegt und liefert stündliche Standortdaten. Die Batterielaufzeit soll bis zu zehn Jahre betragen. Ein zusätzlicher Hochfrequenzmodus soll im Diebstahlfall die Ortung erleichtern.
GO Anywhere Plus kombiniert eine feste Stromversorgung mit einer Backup-Batterie und richtet sich an Unternehmen mit grenzüberschreitenden Trailerflotten oder Fahrzeuge an wechselnden Einsatzorten. Ergänzend bietet Geotab Bluetooth-basierte Trackinglösungen für kleinere Geräte und Werkzeuge an. Geofencing-Funktionen sollen warnen, wenn Assets zurückgelassen werden.
Alle Lösungen seien vollständig in die Plattform MyGeotab integriert, so der kanadische Anbieter. Auf diese Weise sollen sie einen einheitlichen Überblick über Fahrzeuge und Betriebsmittel ermöglichen.
„Mit GO Anywhere erweitern wir diese Transparenz auf jedes Asset im Einsatz, nicht nur auf Fahrzeuge“, freute sich Edward Kulperger, Senior Vice President EMEA bei Geotab, in seiner Ansprache auf der Veranstaltung in Barcelona.
Steigende Kosten erhöhen Druck auf Flotten
Die Markteinführung erfolge vor dem Hintergrund steigender Betriebskosten im Straßengüterverkehr, lässt Geotab in Barcelona verlauten. Der Telematikanbieter verweist darauf, dass die Dieselpreise in Europa seit Januar 2026 um mehr als 30 Prozent gestiegen seien und in einigen Regionen inzwischen über zwei Euro pro Liter lägen.
„Flotten stehen unter wachsendem Druck durch steigende Kosten, knappe Margen und zunehmende Komplexität“, so Kulperger. „Die GO-Gerätereihe ist die Antwort auf genau diese Herausforderungen: mehr Funktionen ab Werk, ohne zusätzliche Hardware oder Sonderlösungen – und mit einer Datenqualität, die den zusätzlichen Einsatz von KI ermöglicht.“
Beide Produktgruppen sollen Ende 2026 in Europa eingeführt werden. Kulperger zufolge sollen damit mehrere bislang getrennte Hardware- und Datenlösungen in einer zentralen Plattform zusammengeführt werden.
Eine Million Flottenabonnements in EMEA
Parallel zur Produktvorstellung meldete Geotab erstmals mehr als eine Million aktive Flottenabonnements in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Der Anbieter beansprucht damit für sich, als erster End-to-End-Telematikanbieter diese Größenordnung in der EMEA-Region erreicht zu haben.
Den Angaben zufolge basiert das Wachstum auf Investitionen in Datenanalyse und Datenintelligenz sowie auf der Integration des internationalen Vertriebsgeschäfts von Verizon Connect.
„Dieser Meilenstein spiegelt unsere langjährigen Investitionen in Innovation, Forschung und Produktentwicklung wider“, erklärt Kulperger.
Dem CEO zufolge betreibt Geotab inzwischen 13 Standorte sowie zwei Forschungs- und Entwicklungszentren in der Region. Als zentrale Wachstumstreiber nennt das Unternehmen KI-gestützte Videotelematik, OEM-Konnektivität und Asset-Tracking.
Europäische Flotten als Praxisbeispiele ausgezeichnet
Im Rahmen der Veranstaltung zeichnete Geotab zudem fünf europäische Flotten mit den Geotab Innovation Awards – Europe aus. Prämiert wurden Unternehmen, die mithilfe vernetzter Fahrzeugdaten Verbesserungen bei Sicherheit, Produktivität, Nachhaltigkeit und Betriebseffizienz erzielt haben.
Zu den ausgezeichneten Unternehmen zählt unter anderem der Online-Supermarkt Picnic. Das Unternehmen nutzt Geotab-Daten für einen Algorithmus zur Tourenplanung seiner mehr als 5.000 Elektrofahrzeuge. Dadurch habe Picnic die Flottengröße in den Niederlanden um fünf bis 13 Prozent reduzieren können.
Die Go-Ahead Group aus Großbritannien und Irland setzt Geotab-Lösungen zur Echtzeitüberwachung von Fahrzeugfehlern in einer Busflotte mit rund 6.150 Fahrzeugen ein. Dadurch ließen sich unter anderem Motorschäden frühzeitig erkennen und Ausfallzeiten reduzieren.
Marymantes Speed SRL aus Spanien steigerte laut Geotab mithilfe der Tachographenlösung MyGeotab die Arbeitsauslastung seiner internationalen Flotte um mehr als zehn Prozent bei gleichzeitiger Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zu Arbeits- und Ruhezeiten.
Weltweit betreut Geotab nach eigenen Angaben mehr als 100.000 Kunden und verarbeitet täglich über 100 Milliarden Datenpunkte. Global seien mehr als sechs Millionen Fahrzeuge und Assets mit der Plattform vernetzt.