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Nach über 40 Jahren verliert der Kölner Karneval eine weitere Kultband: Für Filue ist 2027 Schluss. Brings-Star Stephan Brings erinnert sich an die gemeinsame Zeit.
Schlägt man im Wörterbuch nach, findet man zu „Filou“: Spitzbube, Lausebengel, Frechdachs – nun gut. Für uns waren die Filue immer eine kölsche Band im Karneval. Und der Name hat gut zu den immer gut gelaunten, freundlichen und hilfsbereiten Kollegen gepasst, die nun ihren Abschied aus dem Karneval angekündigt haben.
Mit Brings kamen wir 2000 sehr unbedarft mit unserem „Superjeilezick“ im Haifischbecken organisierter Karneval an. Als blutige Anfänger hatten wir bis dahin überhaupt keine Berührungspunkte mit dem Sessions-Treiben in Sälen und Zelten.
Der Filue-Sänger Stefan Fischer konnte direkt gut mit unserem Peter. Wir haben in dieser Zeit von den Filue viel darüber lernen können, wie das so läuft mit der organisierten Fröhlichkeit. Was ich nie vergessen werde, ist die völlig abgedrehte Live-Darbietung ihres Filue-Hits „Ich bin der Hans“: Dabei hatte Hans Georg Wagner an der Quetsch, den ich in all den Jahren noch nie nicht lachen gesehen habe, immer einen überdimensionalen Clown-Schuh über dem rechten Fuß – dazu hieß es dann: „…ich bin der Hans, ich hab nen großen Fuß.“
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Verdrängung auf den Karnevalsbühne setzte 2011 ein
Seit dem hat sich viel im Karneval geändert: Bei den Bands kann man heute eher von Pop-Musik reden. Wir sind alle längst das ganze Jahr über unterwegs, spielen Konzerte in ganz Deutschland. Typisch anzügliche Karnevals-Lieder wie „Ich bin der Hans“ oder „Die Rose“ von den Räubern, hören wir heute eigentlich gar nicht mehr.
Brings-Bassist Stephan Brings (Archivfoto). (Quelle: Oliver Langel/imago)Zur Person
Stephan Brings wurde als Musiker an der Seite seines Bruders Peter in der Kölschrockband Brings bekannt. Für t-online schreibt er eine regelmäßige Kolumne über alles, was uns Menschen im Rheinland bewegt.
In den ersten Jahren sind wir von Brings den Filue in der Session täglich begegnet. Dann ab 2011 kamen immer mehr junge, sehr ambitionierte Bands dazu. Das bekamen alle zu spüren. Auch wir.
Es setzte eine Verdrängung ein: Die Vereine und Gesellschaften wollten ihrem Publikum natürlich die neuen, angesagten Künstler bieten. Es gründeten sich neue Vereine, die so ganz anders waren. Leider sind uns die Filue in den Folgejahren immer seltener begegnet – wir wussten aber, dass sie immer unterwegs waren, viele Gigs gespielt haben. Das scheint jetzt im 40. Jahr ihrer Bandgeschichte zu enden.