„Von der Tagesordnung nehmen“
Rundfunkrechtler erteilt „Tatort“-Eilantrag klare Absage
21.05.2026 – 09:08 UhrLesedauer: 1 Min.
Hubertus Gersdorf (Archivbild): Seit 2016 leitet er das Institut für Medien- und Datenrecht sowie Digitalisierung an der Juristenfakultät der Universität Leipzig. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur)
Die Linke will den MDR per Stadtratsbeschluss zur Rückkehr des Dresdner „Tatorts“ bewegen. Ein Leipziger Rundfunkrechtler sieht dafür keine Grundlage.
Der Staats- und Medienrechtler Hubertus Gersdorf von der Universität Leipzig sagt: Die Entscheidung des MDR betreffe „den Kernbereich redaktioneller Verantwortlichkeit der Sendeanstalt, in die der Staat und damit der Dresdner Stadtrat nicht eingreifen darf.“
Sein Fazit ist eindeutig: „Der Antrag ist daher von der Tagesordnung zu nehmen.“
Linken-Fraktionschef André Schollbach, selbst Rechtsanwalt in einem anderen Fachgebiet, setzt trotzdem auf den Eilantrag. Ihm gehe es um politischen Druck. „Wenn mehrere Jahre kein Dresdner Tatort produziert wird, besteht die Gefahr, dass diese beliebte Sendung später einfach sang- und klanglos eingestellt wird“, sagt der Linke-Fraktionschef.
Eine deutliche Positionierung des Stadtrats solle die Verantwortlichen beim MDR zum Umdenken bewegen.
