„Wir sind begeistert“, freut sich Lars Blume, Direktor des neu eröffneten Museums für Frühindustrialisierung. Nach acht Jahren Sanierung und Neukonzeptionierung können seit dem 9. Mai wieder Besucherinnen und Besucher ins Haus kommen. Das Museumsteam freut sich über einen regen Zustrom: Am ersten Wochenende mit kostenlosem Eintritt und ebenso am Folgewochenende waren es jeweils rund 1500 Menschen, die die neue Ausstellung sehen wollten. „Man merkt auch, dass die Leute begeistert sind“, sagt Lars Bluma. Sie hätten viel positives Feedback gehört. „Ich hoffe, dass sich das fortsetzt, weil die Besucher weitererzählen, dass es sich lohnt.“
Die Räume sind umfassend saniert, sie sind nun barrierefrei und es gibt einen direkten Übergang ins schon 2021 fertig sanierte Engelshaus. Denn die Gebäude des Museums für Frühindustrialisierung sind durch den neuen Glaskubus (eröffnet 2024) mit Kasse, Vortragsraum und Treppenhaus mit dem Engelshaus verbunden.
Die Ausstellung, die die Entwicklung Wuppertals und vor allem die frühe Industrialisierung und ihre Auswirkungen thematisiert, ist neu konzipiert. Anhand von 800 Ausstellungsstücken – vom Besteckteil bis zur großen Spinnmaschine – wird erzählt, welche Veränderungen die Stadt erlebt hat. Die Exponate werden im modernen Museumsdesign präsentiert und von kurzen Texten begleitet. Manches darf auch angefasst werden.
Ein Highlight ist ein acht Meter langes Gipsmodell der Stadt, die sich zwischen den Hügeln des Wupper-Tals ausbreitet, bei dem Projektionstechnik die Geschichte anschaulich macht.
Was aktuell noch fehlt, ist der Multimedia-Guide. „Bei der Ausschreibung hat es Verzögerungen gegeben“, erklärt Lars Bluma. Künftig sollen Museumsbesucher über einen QR-Code virtuelle Figuren in ihren Handys zum Leben erwecken, die ihnen ihre persönliche Sicht auf Entwicklungen erzählen – mal aus Perspektive eines Unternehmers, mal aus der von Arbeiterinnen oder Kindern oder auch von Friedrich Engels. Über diese Möglichkeit werden auch Informationen in Leichter Sprache sowie auf Englisch, später auch in anderen Sprachen abrufbar sein. „Der Guide wird hoffentlich im Spätsommer oder Herbst fertig sein“, kündigt Bluma an.
Im Herbst soll auch das Museumscafé in Betrieb gehen. Derzeit ist die bereits installierte Kuchentheke im Cafébereich im Erdgeschoss noch leer. Tische stehen ungenutzt in dem schon gemütlich wirkenden Raum. Es fehlt ein Betreiber, aber: „Wir sind in positiven Gesprächen“, sagt Lars Bluma zuversichtlich. Angedacht ist ein Betrieb im Rahmen eines Beschäftigungsprojekts. kati