Weitere Frau und ein Mann vermisst
Vermisst wird noch eine 26-jährige Frau aus Rumänien, die zusammen mit der Toten eine Ferienwohnung im Haus gemietet hatte. „Wir hatten zunächst erwartet, dass wir sie um Umfeld der gefundenen Frau auffinden werden. Das hat sich aber bislang nicht bestätigt“, so die Sprecherin.
Außerdem wird ein 48-jähriger Mann vermisst, der sich beruflich in Görlitz aufgehalten hat. Nach Informationen der Feuerwehr handelt es sich dabei um einen deutsch-bulgarischen Monteur.
Wettlauf gegen die Zeit: Überlebenswahrscheinlichkeit sinkt
Auch eine Polizeisprecherin sagte MDR SACHSEN, dass mit jeder Stunde die Wahrscheinlichkeit sinke, die Verschütteten lebend zu finden. Die Suche werde aber solange fortgeführt, bis die beide Menschen gefunden seien. Die Einsatzkräfte gehen davon aus, dass Verschüttete bis zu 72 Stunden unter solchen Trümmern überleben können.
Sie sind müde, sie sind schmutzig, sie wollen einfach nur noch nach Hause. Die Kollegen der Berufsfeuerwehr Görlitz sind jetzt abgelöst worden. Sie waren 24 Stunden im Dienst an der Einsatzstelle.
Anja Weigel
Feuerwehr Görlitz
Nachdem die Einsatzkräfte 24 Stunden im Dienst waren, kam am Donnerstagmorgen die Ablösung, wie Weigel sagte. Sie hätten zwar Pausen gemacht, seien aber die ganze Zeit vor Ort gewesen. Die Hundestaffel sei ebenfalls weiter vor Ort, jedoch am Vormittag nicht im Einsatz, da sie eine Erholungsphase bräuchten. „Für die ist das schwere Arbeit. Sollten wir sie nochmal benötigen, wären sie aber da“, so die Feuerwehrsprecherin.
Ursache weiter unklar
Die genaue Ursache des Unglücks steht noch nicht fest, wie Polizeisprecher Stefan Heiduck MDR SACHSEN sagte. „Es sieht nach einer Gasexplosion aus“, sagte der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU) am Mittwoch.
Bestätigen konnte Polizeisprecher Heiduck dies am späten Donnerstagvormittag noch nicht. Was zu dem Hauseinsturz in der Görlitzer Innenstadt führte, werde derzeit ermittelt. Wenige Stunden nach dem Zusammensturz des Gründerzeithauses am Montag gegen 17:30 Uhr wurde nach Polizeiangaben ein Gasleck gefunden. Austretendes Gas hatte die Sucharbeiten bis Mittwochmorgen stark erschwert.
In der Nacht zum Mittwoch waren die Gasleitungen rund um die Unglücksstelle vollständig geleert worden. Dadurch sei die Explosionsgefahr geringer, und die Arbeiten seien weniger gefährlich geworden, sagte eine Polizeisprecherin.