Bielefeld-Schildesche/Brackwede. Wenn am Wochenende endlich die Temperaturen steigen, Sonnenschein das Dauergrau verdrängt und die matschigen Wiesen trocknet, dann schlüpfen hoffentlich auch die letzten Storchenküken. Auf dem Hof Quakernack in Brackwede, denn die anderen Nester haben sich bereits in Schnabelstuben verwandelt. „Dieses Mal haben wir keine Drohne steigen lassen, um nach den Eiern zu sehen“, sagt Heinrich Quakernack. Noch seien die Eltern fleißig am Brüten, hielten das Gelege warm im stetigen Wechsel. In der Johannisbachaue in Schildesche dient die Arbeitsteilung derweil allein dem Beschaffen der Babynahrung: Alle Arten an Amphibien, Insekten und Erdwühlern stehen auf den Fanglisten der gestressten Eltern, um den Speiseplan ihrer beiden Kleinen möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Bei dem Regen eine herausfordernde Aufgabe für die Routiniers Jo II und Hanni II. Tierfotografin Ingrid erwischte den Nachwuchs beim Blick über den zweigigen Rand des Nestes hinaus in die Welt.
„Die ersten Flügelschläge und das Hinstellen werden schon geprobt, wobei das Aufrechtstehen bei den Babys derzeit noch eine wackelige Angelegenheit ist, aber das wird in Kürze bestimmt Fortschritte machen“, sagt die Beobachterin. Die bei jedem Einsatz neben den Teleobjektiven auch viel Geduld mitbringt. Genauso wie Leserin Angela Synowzik, die ebenfalls ein Faible für das Paar besitzt und Bilder von der Idylle in der Johannisbachaue schickte.
Tödlicher Kontakt mit einer Stromleitung
Bielefeld: Die Storchenfamilie in der Johannisbachaue am Obersee
Wobei es gegenüber zu einer Tragödie gekommen sein soll: Wie Katrin Christiansen von den Falken berichtet, sei Karl oder Rosa vom Halhof bei der Futtersuche verunglückt und mutmaßlich nach dem Kontakt mit einer unisolierten Stromleitung verstorben. Darum gebe es dieses Jahr keinen Nachwuchs auf dem Dach des Gutes in Sichtweite des Viadukts. Die Hoffnung sei groß, dass sich im nächsten Jahr wieder ein Paar finde.
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Freude herrscht dagegen auch in Schröttinghausen: Bisher habe er zwei junge Störche gezählt, erzählt Kim André Meyer zur Müdehorst vom gleichnamigen Anwesen am Schwarzbach. Da könnte sich aber noch ein Nachzügler im Nest verstecken, so seine Vermutung. Dort stehen die Fotobeweise von Ingrid Ohm noch aus. Und zwei Küken im Heimat-Tierpark Olderdissen meldete auch Malin Stuckmann, Pressesprecherin des Umweltbetriebs. Hanni I und Herr Meyer widmen sich den Geschwistern im Nest beim Bärengehege.
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