Insofern ist es richtig, den Lichthof des Rathauses Personen oder Gruppen zur Verfügung zu stellen, die sich mit Wuppertal beschäftigten und sich zum Zusammenleben in dieser Stadt äußern wollen. Deshalb ist es auch richtig, beispielsweise dem Jugendring dort ein Forum zu geben. Umso bedauerlicher ist es, dass der Jugendring das Vertrauen missbraucht hat. Seine Ausstellung war eindeutig kein Exkurs zum gesellschaftlichen Zusammenleben in Wuppertal, sondern dessen Absage. Aufforderung zur Gewalt gegen die Polizei und gegen Politiker haben in einer demokratisch gesinnten Stadt und in deren Rathaus nichts verloren. Die Abbildungen brennender Polizeifahrzeuge und von Molotow-Cocktails sind keine Kunst, sondern stupide Aufforderung zur Anarchie. Aber selbst wenn die Toleranz der Hausherrin und Oberbürgermeisterin Miriam Scherff gegenüber linksextremistischen Jugendlichen so erschreckend weit geht, hätte die Ausstellung mit einem Hinweis darauf begleitet werden müssen, dass die Stadt Wuppertal zwar jede Meinung zulässt, diese Meinung aber nicht teilt. Der Hinweis auf die „Freiheit der Kunst“ ist nicht nur feige und naiv, er ist ärgerlich und für das Oberhaupt einer Stadt peinlich.