Am Sonntag gab es am letzten Spieltag der 1. Bundesliga von Bayer Leverkusen noch einen Blumenstrauß und ein Erinnerungsbild. Anne Moll nahm die Geschenke in Straßenkleidung auf dem Platz entgegen – zum Kader gehörte sie nicht. Die fehlende Spielpraxis ist mit ein Grund, warum sich die 21-Jährige aus Mönchengladbach und der Erstligist nach vier Jahren trennen. „In der kommenden Saison wäre es für sie schwierig geworden, bei uns auf höchstem Bundesliga-Niveau die Spielpraxis zu sammeln, die für ihren nächsten Schritt jetzt sehr wichtig ist“, sagt Achim Feifel, Sportlicher Leiter der Leverkusener Frauen-Abteilung.
Für Moll geht der Weg daher ab der Saison 2026/27 beim Zweitligisten VfL Bochum weiter. „Der VfL hat eine beeindruckende Tradition. Gleichzeitig bin ich von dem Weg überzeugt, den er im Frauenfußball geht. Da möchte ich meinen Teil zu beitragen. Ich habe nur Positives über die Mannschaft und den Verein gehört, entsprechend riesig ist meine Vorfreude“, sagt sie in einer Pressemitteilung. Bochum gehört seit zwei Jahren zur 2. Bundesliga und stieg 2024 zusammen mit Borussia Mönchengladbach in diese Spielklasse auf. Kurz- bis mittelfristig will der Verein den Schritt in die Bundesliga gehen. Moll soll dabei als Torhüterin helfen. Die aktuelle Spielzeit beendete der VfL auf Platz neun.
Ihre Karriere begann Moll einst bei Rot-Weiß Hockstein, ehe es über den TSV Meerbusch 2022 zu Bayer Leverkusen ging. Überwiegend kam sie seitdem für Leverkusens zweite Mannschaft in der drittklassigen Regionalliga zum Einsatz, debütierte jedoch am letzten Spieltag der Saison 2022/23 gegen Werder Bremen in der 1. Bundesliga. In dieser Saison kamen in der Hinrunde sechs weitere Einsätze in der Bundesliga hinzu. Ein weiteres Spiel bestritt sie im DFB-Pokal. Doch mit der Leihe von Nationaltorhüterin Raphaele Borggräfe rückte Moll in der Rückrunde im Torhüterinnen-Team wieder ins zweite Glied.
Für die U19 des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) kam Moll insgesamt zehnmal zum Einsatz, darunter vier Einsätze bei den Europameisterschaften 2023 und 2024.
„Ich bin Bayer 04 und allen Menschen, die ich in dieser Zeit kennen und schätzen lernen durfte, für die vergangenen vier Jahre sehr dankbar“, sagt Moll. „Ich durfte in Leverkusen meine ersten Profispiele absolvieren, viel Erfahrung sammeln und mich fußballerisch, aber auch menschlich weiterentwickeln.“ In Bochum erhofft sie sich vor allem mehr Spielpraxis. In ihrer neuen Spielklasse geht es für Moll auch einmal sportlich in ihre Heimat Mönchengladbach, wenn die Partie gegen Borussia Mönchengladbach ansteht. Für die Borussia spielte sie hingegen nie.