Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Kreml: Russland zu Dialog mit Europäern bereit

Aktualisiert am 21.05.2026 – 15:38 UhrLesedauer: 18 Min.

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Kremlsprecher Dmitri Peskow: „Wir sind der Meinung, dass es immer besser ist, miteinander zu reden“. (Archivbild) (Quelle: Vyacheslav Prokofyev/Pool Sputnik Kremlin/dpa/dpa-bilder)

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Der Kreml äußert sich ungewohnt diplomatisch. Russlands Ölindustrie steht wohl fast still. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Kreml: Russland zu Dialog mit Europäern bereit

Russland ist in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine nach Kreml-Angaben offen für einen Dialog auch mit den Europäern. „Die Russen sind zu Gesprächen bereit“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. „Wir sind der Meinung, dass es immer besser ist, miteinander zu reden, als die Lage in eine totale Konfrontation zu treiben – und genau das ist es, was die Europäer derzeit tun“, sagte er. Russland begrüße es, wenn sich die Tonlage jetzt ändere.

Peskow hob hervor, es habe zuletzt vom finnischen Präsidenten Alexander Stubb und auch aus Berlin Äußerungen zu direkten Gesprächen mit Russland gegeben. Es sei „wahrscheinlich nicht schlecht“, wenn jetzt ein Unterhändler auf EU-Ebene gesucht werde. „Noch vor wenigen Monaten sind in Europa noch nicht einmal solche Diskussionen geführt worden.“

Kremlchef Putin hatte zwar stets betont, dass er zu Gesprächen bereit sei, wenn jemand auf ihn zukomme. Zugleich gab es aus Moskau wiederholt Stellungnahmen, nach denen die Europäer wegen der Waffenlieferungen an die Ukraine als Kriegspartei zu sehen seien und nichts am Verhandlungstisch zu suchen hätten. Die Verhandlungen für eine Beendigung des russischen Angriffskriegs liefen zuletzt unter Vermittlung der USA. Ein Durchbruch in den Gesprächen zwischen Kiew und Moskau ist bisher aber ausgeblieben. Grund ist vor allem, dass Russland an seiner Forderung festhält, die Ukraine solle ihre Truppen aus dem Gebiet Donbass abziehen.

Kreml weist Bericht über militärische Ausbildung in China zurück

Der Kreml hat eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters als falsch zurückgewiesen, wonach die chinesische Armee Ende vergangenen Jahres heimlich rund 200 russische Soldaten in China ausgebildet hat. Einige dieser Soldaten sollen später in der Ukraine gekämpft haben. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, in Europa und den USA würden viele Falschinformationen veröffentlicht, die man mit Vorsicht genießen müsse. Dem Bericht liegt ein russisch-chinesisches Abkommen vom Juli 2025 zugrunde, das auch die Ausbildung Hunderter chinesischer Soldaten in Russland vorsieht. China bezeichnet sich im Ukraine-Konflikt als neutral und tritt als Friedensvermittler auf.

Viele große russische Raffinerien stehen still

Nahezu alle großen Ölraffinerien in Zentralrussland mussten nach ukrainischen Drohnenangriffen in den vergangenen Tagen ihre Kraftstoffproduktion einstellen oder drosseln. Das geht aus offiziellen Daten und Angaben von Quellen hervor, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Moskau hatte bereits ein Exportverbot für Benzin verhängt, das von April bis Ende Juli gilt.

Die Gesamtkapazität der Raffinerien, die ihren Betrieb vollständig oder teilweise eingestellt haben, liegt bei mehr als 83 Millionen Tonnen pro Jahr beziehungsweise rund 238.000 Tonnen pro Tag. Das entspricht etwa einem Viertel der gesamten Raffineriekapazität Russlands, wie aus Daten und Angaben von Quellen hervorgeht, die anonym bleiben wollten.