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Beim HSV Hamburg rumort es gewaltig! Christian Hüneburg (50), Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten, wird den Klub nach der Saison schon wieder verlassen. Abschied zum 30. Juni? Hüneburg antwortet auf SPORT BILD-Nachfrage nur: „Kein Kommentar.“ Er weiß, erklärte der Handball-Boss, wie ihm diese Worte ausgelegt werden können. Am Donnerstagnachmittag folgte dann die offizielle Erklärung vom Verein. „Der Handball Sport Verein Hamburg und Geschäftsführer Christian Hüneburg beenden ihre Zusammenarbeit im gegenseitigen Einvernehmen.“
Dabei wurde Hüneburg erst im Oktober 2024 als neuer Geschäftsführer vorgestellt – als Nachfolger des freigestellten Sebastian Frecke. Der HSV hob damals Hüneburgs Erfahrung in Finanzen, Sponsoring und Lizenzierung hervor. Vor seinem Wechsel nach Hamburg war er Geschäftsführer beim Volleyball-Bundesligisten SSC Palmberg Schwerin, zuvor mehrere Jahre Vorstandsmitglied bei Hansa Rostock.
Foto: Dyn
Doch intern wuchs offensichtlich die Unzufriedenheit. Vor allem beim Sponsoring hatten sich viele im Klub deutlich mehr erhofft. Denn der HSV, der zweimal nur im Nachgang und durch viele Millionen Investor Philipp Müller die Lizenz bekam und überlebte, muss neue Geldquellen erschließen, Sponsoren finden. Aktuell sieht es eher danach aus, als müsse Investor Philipp Müller auch weiterhin mehr finanziell auffangen als geplant.
Hüneburg holte die Agentur „Devon Sports“ ins Boot. Der große Sponsoring-Erfolg blieb bislang allerdings aus. Neue Großsponsoren sind weiter nicht in Sicht. Hüneburg selbst sieht Fortschritte: „Wir haben extrem viel geschafft und die Perspektive ist für den Klub nach vorn gerichtet.“ Das sehen intern allerdings nicht alle so.
Der HSV, der Pfingstmontag gegen Göppingen in der Barclays Arena (20 Uhr, live bei Dyn/Anzeige) antritt, sucht aktuell intensiv nach seinem Markenbild, arbeitet an Werten, Außendarstellung und Kommunikation. Hüneburg geht es darum: „Welche Werte haben wir? Wofür stehen wir?“ Dafür wurde eine Hamburger Agentur (Die Expedition) engagiert. Das Problem: Im Verein und im Umfeld geht das vielen zu langsam. Der Klub wirkt nach außen weiter oft zu ruhig, macht kommunikativ zu viele Fehler und schafft es kaum, neue Dynamik zu erzeugen.
Dazu kommen zahlreiche Wechsel auf der Geschäftsstelle. Während sportlich vieles geklärt ist – der Kader steht, Trainer Torsten Jansen (49) führt das Team stabil durch die Handball-Bundesliga –, scheint abseits der Platte wieder Platz zu entstehen.
Brisant: Kapitän Niklas Weller (33) beendet im Sommer seine Karriere. Der Kreisläufer, seit 2015 beim HSV, übernimmt zum 1. Juli das Präsidentenamt im Verein und wäre damit Chef von Hüneburg. Das Verhältnis zwischen Weller und Hüneburg gilt nicht als besonders eng. Wird es nach dem Hüneburg-Abgang nun auch nicht mehr werden.
Fest steht: Sportlich herrscht Stabilität. In der Führungsetage dagegen ist schon wieder ein Boss-Stuhl zu vergeben.
