Von dem Haus ist nicht mehr viel zu erkennen. „Die Trümmer stapeln sich ungefähr bis zur zweiten Etage. Und es ist tatsächlich ein Schutthaufen, wie man ihn sich vorstellt bei einem großen Abriss“, sagte der Sprecher der THW-Einsatzleitung Daniel Hofmann.
Wettlauf gegen die Zeit: Überlebenswahrscheinlichkeit sinkt
Vermisst wird noch ein 48-jähriger Mann, der sich beruflich in Görlitz aufgehalten hat. Nach Informationen der Feuerwehr handelt es sich dabei um einen deutsch-bulgarischen Monteur. Eine Polizeisprecherin sagte MDR SACHSEN, dass mit jeder Stunde die Wahrscheinlichkeit sinke, Verschüttete lebend zu finden. Die Einsatzkräfte gehen davon aus, dass Verschüttete bis zu 72 Stunden unter solchen Trümmern überleben können.
Sie sind müde, sie sind schmutzig, sie wollen einfach nur noch nach Hause. Die Kollegen der Berufsfeuerwehr Görlitz sind jetzt abgelöst worden. Sie waren 24 Stunden im Dienst an der Einsatzstelle.
Anja Weigel
Feuerwehr Görlitz
Nachdem die Einsatzkräfte 24 Stunden im Dienst waren, kam am Donnerstagmorgen die Ablösung, wie Weigel sagte. Sie hätten zwar Pausen gemacht, seien aber die ganze Zeit vor Ort gewesen. Die Hundestaffel sei ebenfalls weiter vor Ort, jedoch am Vormittag nicht im Einsatz, da sie eine Erholungsphase bräuchten. „Für die ist das schwere Arbeit. Sollten wir sie nochmal benötigen, wären sie aber da“, so die Feuerwehrsprecherin.
Ursache weiter unklar
Unterdessen steht die genaue Ursache des Unglücks noch nicht fest, wie die Polizei MDR SACHSEN mitteilte. „Es sieht nach einer Gasexplosion aus“, sagte der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU) am Mittwoch.
Bestätigen konnte Polizeisprecher Heiduck dies am späten Donnerstagvormittag noch nicht. Was zu dem Hauseinsturz in der Görlitzer Innenstadt führte, werde derzeit ermittelt. Wenige Stunden nach dem Zusammensturz des Gründerzeithauses am Montag gegen 17:30 Uhr wurde nach Polizeiangaben ein Gasleck gefunden. Austretendes Gas hatte die Sucharbeiten bis Mittwochmorgen stark erschwert.
Gasleitungen rund um Unglücksstelle geleert
In der Nacht zum Mittwoch waren die Gasleitungen rund um die Unglücksstelle vollständig geleert worden. Dadurch sei die Explosionsgefahr geringer, und die Arbeiten seien weniger gefährlich geworden, sagte eine Polizeisprecherin.