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Paris (Frankreich) – Knapp 17 Jahre nach dem Flugzeugabsturz zwischen Rio de Janeiro (Brasilien) und Paris mit 228 Toten hat ein französisches Gericht Air France und Airbus im Berufungsverfahren der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. Die Richter erklärten am Donnerstag in Paris: Beide Unternehmen sind für den Todesflug „alleine und komplett verantwortlich“.

Das Berufungsgericht in Paris verhängte eine Geldstrafe von jeweils 225.000 Euro für den Absturz. In erster Instanz waren Airbus und Air France 2023 freigesprochen worden. Zwar habe es „Fehler“ gegeben, so die Richter damals. Doch ein „direkter Kausalzusammenhang“ mit dem Absturz sei nicht belegbar, hieß es.

Handouts der französischen Flugunfalluntersuchungsbehörde BEA zeigen Wrackteile des Todesflugs AF 447

Handouts der französischen Flugunfalluntersuchungsbehörde BEA zeigen Wrackteile des Todesflugs AF 447

Foto: picture alliance/dpa

Autopilot schaltete ab

Die Maschine vom Typ A330-203 war in der Nacht zum 1. Juni 2009 über dem Atlantik abgestürzt. Alle 216 Passagiere und die zwölfköpfige Crew starben. Unter den 228 Toten waren auch 28 Deutsche. Darunter Ines Gans (†31), Verkaufsmanagerin eines Münchner Hotels, die ihren Bruder besuchen wollte. Der Modeberater Matthias P. aus Stuttgart war auf dem Rückweg aus dem Urlaub. Auch Valnizia B. (†44) aus München, der Potsdamer Star-Architekt Moritz Kock (†54) und ein Ehepaar aus Baden-Württemberg starben – gemeinsam mit ihren zwei erwachsenen Töchtern und der zweijährigen Enkelin. Das Flugzeugwrack und die Flugschreiber wurden erst zwei Jahre später in knapp 4000 Metern Tiefe gefunden.

Ein Flugzeug der Air France vom Typ Airbus A330-200 fliegt über die Pyrenäen (Symbolfoto)

Ein Flugzeug der Air France vom Typ Airbus A330-200 fliegt über die Pyrenäen (Symbolfoto)

Foto: picture-alliance/dpa

Die Ursache für den Absturz: Die sogenannten Pitot-Sonden am Flugzeug waren vereist, wodurch der Autopilot abschaltete. Die Piloten zogen die Maschine in den Steigflug. Weniger als fünf Minuten später stürzte das Flugzeug ab. Air France soll seine Piloten nicht ausreichend geschult und auf eine Extremsituation wie bei dem Unglücksflug vorbereitet haben, hatte es in der Anklage geheißen. Ein Expertengutachten hatte 2012 geurteilt, die Crew sei danach mit der eigentlich beherrschbaren Lage überfordert gewesen. Der Absturz ist der schwerste Unfall in der Geschichte von Air France.