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Ist das die ganz große Liebe? Union Berlin hat einen neuen Trainer: Mauro Lustrinelli (50), der bis zum letzten Wochenende noch den Schweizer Meister FC Thun trainierte. Am Donnerstag stellte der Verein den Eta-Nachfolger vor. Und dabei wurde es in Köpenick plötzlich ganz gefühlvoll.
Union-Manager Horst Heldt (56) erklärt direkt: „Wir sind sehr schnell auf Mauro Lustrinelli gekommen, haben sehr angenehme Gespräche geführt. Und es hat schon in den ersten Gesprächen gefunkt. Man entwickelt gleich ein Gefühl miteinander und das konnte man spüren. Es war so eine Aura, die Mauro verkörpert und darstellt.“
Lustrinelli war einer von drei Kandidaten, mit denen die Eisernen gesprochen haben. Ihr Herz haben sie (nach Urs Fischer) wieder an einen Schweizer verloren. Und der neue Mann erwidert die Gefühle: „Ich bin sehr glücklich. Ich freue mich, Teil dieser Union-Familie zu sein. Die größte Entscheidung in meinem Leben habe ich immer mit dem Herz genommen. Für mich war schon am Anfang klar, dass ich gute Menschen getroffen habe.“
Und was ist mit Fußball? Um den ging es im ersten Moment gar nicht, wie Lustrinelli erzählt: „Die ersten drei Stunden haben wir nicht über Fußball geredet. Wir haben über das Leben geredet und das war für mich wichtig. Am Schluss sind wir Menschen und es geht darum, eine Beziehung aufzubauen.“
Am Ende geht’s bei einem Fußballverein trotzdem um die Spielphilosophie und das, was auf dem Platz passiert. Lustrinelli ist bekannt für seinen offensiven Stil – in der Vergangenheit nicht die Stärke der Eisernen. Präsident Dirk Zingler (61) hatte in dieser Woche, aber bereits angekündigt, dass Union sich entwickeln will. Dafür ist jetzt Lustrinelli da.
Und der hat unter Marie-Louise Eta (34) schon die richtigen Ansätze gesehen: „Die letzten Spiele hatten bereits viel von meiner Idee. Die Mannschaft hat dynamisch gespielt. Das ist natürlich auch mit der Energie gebunden. Das wollen wir auch täglich. Ich möchte genauso spielen: offensiv, dynamisch nach vorn, mit Energie, mit Leidenschaft. Das muss man natürlich kreieren, das wird natürlich ein Prozess.“
Wenn Lustrinellis Plan aufgeht, werden die Fans künftig also mehr Spektakel in der Alten Försterei sehen. Bis er mit der Mannschaft daran arbeiten kann, dauert es aber noch etwas: Trainingsauftakt ist erst am 28. Juni – dann wird er auch die Spieler offiziell kennenlernen.