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Bielefeld – Ein Vergleich, der sprachlos macht: Ein katholischer Seelsorger soll im Religionsunterricht Abtreibungen mit dem Holocaust gleichgesetzt haben. Jetzt ist er von seinen Aufgaben entbunden. Das Erzbistum Paderborn bestätigte, dass gegen den Geistlichen eine Untersuchung läuft. Er bleibt mindestens für die Dauer der Prüfung freigestellt. Zuerst hatte das „Westfalen-Blatt“ berichtet.

Der Seelsorger unterrichtete an der Marienschule der Ursulinen in Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) katholische Religion. Laut Schüleraussagen erklärte er im Unterricht, es gebe „keinen Unterschied zwischen der Abtreibung eines 18 Wochen alten Fötus und der Ermordung eines 18-jährigen Menschen“. Abtreibung komme dem Holocaust gleich. Weiterhin soll der Geistliche im Unterricht demokratiefeindliche Gesten gezeigt haben.

Schule reagiert sofort

Nach ersten Hinweisen entbanden Schulleiterin, Stiftungsvorstand und Stiftungsrat den Lehrer umgehend von seinen Aufgaben. Die Schule arbeitet nun mit dem Erzbistum bei der Aufklärung zusammen.

Das Erzbistum verweist auf den laufenden Prüfprozess. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes wolle man sich derzeit nicht weiter äußern. Möglich seien laut kirchlicher Grundordnung Gespräche, Abmahnungen – im äußersten Fall auch die Beendigung des Dienstverhältnisses oder der Entzug des kirchlichen Sendungsauftrags. Für den Seelsorger könnte der umstrittene Unterricht damit weitreichende Konsequenzen haben.