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Total-Aus für die deutschen Tennis-Asse am Rothenbaum! Sechs Profis waren bei den „Hamburg Open“ im Hauptfeld vertreten – jetzt ist keiner mehr übrig. Als letzter Hoffnungsträger musste Daniel Altmaier (27) die Segel streichen. Der Kempener unterlag im Viertelfinale der Weltranglisten-Nummer 26, Tommy Paul (29/USA), mit 2:6, 5:7 – und sorgte dabei auch noch für einen handfesten Aufreger.
Altmaier hatte im zweiten Satz gerade das Break zum 4:5 abgegeben und feuerte auf dem Center Court wütend seinen Schläger in den Sand. Eine Szene, wie sie auf der Tour viele Male im Jahr zu sehen ist. Doch Altmaier konnte sich nicht beruhigen! Frustriert kickte er den Schläger mit dem rechten Fuß gegen die Bank. Als er von dort zurückprallte, nahm er ihn in Fußball-Manier volley! Der Schläger flog über die Bande in die Zuschauerränge. Nur Zentimeter über den Kopf eines älteren Mannes in der zweiten Reihe hinweg! Riesen-Glück: In der Reihe dahinter fing ein Mann den Schläger lässig mit einer Hand – und warf ihn zu Altmaier zurück.
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Paul reklamierte. Altmaier erschreckte sich sichtbar über seine heftige Reaktion und entschuldigte sich sofort. Trotzdem gab es vom Stuhlschiedsrichter eine Verwarnung für unsportliches Verhalten. Von der ATP droht zudem noch eine Strafe. Altmaier erklärte später: „Ich möchte mich entschuldigen. Das waren Emotionen, absolut nicht akzeptabel. Man hat danach gemerkt, dass es mich bis zum Ende des Matches verfolgt hat.“
Immerhin: Für das Erreichen des Viertelfinales kassierte Altmaier 60.810 Euro. Von Hamburg geht es für ihn nun weiter zu den French Open nach Paris, wo er in der ersten Runde auf die Nr. 5 der Welt, Felix Auger-Aliassime (25/Kanada), trifft.
▶ Auf der Anlage gesichtet: HSV-Handball-Idol Jogi Bitter (43), Football-Coach Patrick Esume (52) und Schauspielerin Rhea Harder-Vennewald (50).
▶ Beide deutschen Doppel stehen im Halbfinale. Kevin Krawietz (34)/Tim Pütz (38) schlugen die Ösis Erler/Miedler 6:3, 7:5. Jakob Schnaitter (30)/Mark Wallner (26) setzten sich mit 7:5, 6:4 gegen Harrison/Skupski (USA/England) durch. Damit bleibt das deutsche Traum-Finale am Samstag möglich.
▶ Jetzt ist es bestätigt: Das 6:7, 7:6, 7:6 von Tommy Paul (29/USA) gegen Tomas Martin Etcheverry (26/Argentinien) war mit 3:33:16 Stunden das längste Dreisatz-Match der Rothenbaum-Geschichte! Bis 2007 wurde über drei Gewinnsätze gespielt.
Ignacio Buse im Höhenflug
Qualifikant Ignacio Buse (22) war ohne Satzverlust ins Viertelfinale eingezogen. Doch da passierte es: Der Publikumsliebling aus Peru gab gegen Ugo Humbert (27/Frankreich) zum ersten Mal in der Woche seinen Aufschlag ab und lag im dritten Satz sogar mit zwei Breaks mit 0:3 hinten – trotzdem drehte er das Ding! Buse gewann 6:3, 5:7, 6:3 und steht zum zweiten Mal in seiner Karriere im Halbfinale eines 500er-Turniers. „Ich spiele gerade das beste Tennis meines Lebens“, strahlte der Rotschopf, dessen deutscher Urgroßvater auf einem Auswandererschiff nach Südamerika geboren wurde. „Das ist das Resultat des guten Trainings der letzten Wochen.“
„Verurteilt mich“: Tennis-Rüpel verliert erst Nerven – dann Hose
Quelle: BILD/AP/Instagram @corentin.moutet19.05.2026
„Ich bin nach dem zweiten Satz zur Toilette gegangen, um mich zu erholen“, sagte Buse. „Ich weiß selbst nicht genau, wie ich das am Ende geschafft habe. Ich habe mich selbst beeindruckt.“
Auch die Hamburger Fans haben Buse längst ins Herz geschlossen. Der Tennis-Profi mit peruanischen Wurzeln sieht sich selbst als kulturellen Brückenbauer. „Ich verstehe mich als Botschafter der peruanischen Kultur“, erklärt er. Und ergänzt mit einem Schmunzeln: „Letzte Woche habe ich zum Beispiel mit Novak Djokovic gesprochen und er hat mir erzählt, dass er Machu Pichu erkunden will.“