Druschkiwka liegt südlich von Kramatorsk und nur etwa 20 Kilometer von den vordersten russischen Linien entfernt. Russische Kampfjets klinken die Bomben im sicheren eigenen Luftraum aus, die dann über Dutzende Kilometer gelenkt ins Ziel gleiten. Die Ukraine hat bislang kaum ein Gegenmittel gegen diese Waffe. Sie hat aber nach Angaben von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow in Medienberichten eine eigene ukrainische Gleitbombe mit 250 Kilogramm Sprengstoff entwickelt, die bald zum Einsatz kommen solle.

Abends wurden in der Großstadt Dnipro im Süden mindestens 19 Menschen verletzt, wie die örtlichen Behörden meldeten. Ein Luftangriff habe zwei Wohnblocks beschädigt. Russland überzieht das Nachbarland Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem verheerenden Krieg.

Ukraine verstärkt Grenzschutz im Norden

Aus Sorge wegen möglicher neuer Angriffe aus dem mit Russland verbündeten Nachbarland Belarus verstärkt die Ukraine ihre Grenzschutzmaßnahmen im Norden. Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU sprach am Donnerstag von Maßnahmen „beispiellosen“ Ausmaßes mit Blick auf die Zahl der eingesetzten Kräfte und Mittel. Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko erklärte unterdessen während eines Großmanövers mit Russland, dass sein Land bereit sei, den Verbündeten „auf jede erdenkliche Weise“ zu verteidigen.

Der SBU erklärte, der verschärfte Grenzschutz solle als „wirksames Abschreckungsmittel gegen jegliche aggressive Handlungen oder Einsätze des Feindes und seines Verbündeten“ dienen. Beteiligt seien unter anderem Polizei, Armee, Nationalgarde und Grenzschutz. Ziel sei es, Infiltration, Sabotage, terroristische Aktivitäten sowie Aufklärungsoperationen zu verhindern. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte in seiner abendlichen Videobotschaft ebenfalls weitere Grenzschutzmaßnahmen an.

Selenskyj hatte am Mittwoch erklärt, sein Land bereite „Antworten auf jeden möglichen Verlauf feindlicher Aktionen vor – falls die Russen tatsächlich wagen sollten, ihre Aggression auszuweiten“. Russland hatte das belarussische Territorium im Februar 2022 als einen seiner Ausgangspunkte für den Überfall auf die Ukraine genutzt. Am Montag wies der Kreml ukrainische Vorwürfe zurück, Dass Russland Belarus erneut in den Krieg hineinziehen wolle.

Drohne verletzt Nato-Luftraum – Kampfjets steigen auf

Eine Drohne unbekannter Herkunft hat am Donnerstag den Luftraum Litauens verletzt und einen Einsatz von Nato-Kampfjets ausgelöst, wie die Streitkräfte des Landes mitteilten. Die litauischen Behörden reagierten mit einem landesweiten Luftalarm auf den Vorfall und riefen die Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen. Unklar ist bislang, wo die Drohne letztlich niederging. Angaben zu Verletzten oder Schäden machten die litauischen Behörden nicht.

Es ist bereits der dritte Tag in Folge mit Drohnenvorfällen in Litauen. Bei einem Drohnenvorfall am Mittwoch wurden die Bewohner der Haupstadt Vilnius aufgefordert, vorsorglich Schutz suchen. Auch Präsident Gitanas Nauseda und andere Spitzen des Baltenstaats wurden in Schutzräume gebracht. Der Luftraum über dem Flughafen wurde gesperrt und auch der Zugverkehr zwischenzeitlich ausgesetzt.