„Ich arbeite in der Rohrleitungsplanung“, erzählte Faisal Tufail. „Ich bin bei einem Kölner Büro angestellt, das Rohrleitungen für große Chemieunternehmen plant.“ Der 38 Jahre alte Weseler war zum Berufskolleg für Technik (BKT) zurückgekehrt, wo er mit 36 Jahren seinen „Bachelor Professional in Technik“ bestanden hatte. Mit Martin Jäger schaute er sich bei einem Infoabend die verschiedenen Labore am BKT an. Mit dabei waren Interessierte, die ebenfalls den Bachelor-Abschluss anstreben, denen er nach dem Rundgang mit seiner Erfahrung Rede und Antwort stand. „Hier herrscht eine familiäre Atmosphäre“, begründete der Technikliebhaber, warum er immer gerne zum Berufsbildungscampus Moers zurückkehrt.
Die Weiterbildung zum „Bachelor Professional in Technik“ wird am unteren Niederrhein nur in Moers angeboten. „Seit 2020 sind die ,Staatliche geprüfte Technikerin’ und der ,Staatlich geprüfte Techniker’ dem Bachelor Professional in Technik nach dem Deutschen Qualifizierungsrahmen gleichgestellt“, erläutert Holger Lembken als Koordinator der Fachschule Mechatronik.
„Wir haben modernste Labore und praxisnahe Lernfelder“
Im August 2026 startet die Weiterbildung am Berufskolleg für Technik neu, sowohl in einem zweijährigen Vollzeitmodell, als auch in einem vierjährigen berufsbegleitenden Teilzeitmodell. Es gibt noch freie Plätze. Eine finanzielle Förderung ist möglich, zum Beispiel über das sogenannte Meister-Bafög. „Wir haben modernste Labore und praxisnahe Lernfelder“, hebt Martin Jäger hervor. „Der Studienweg am BKT in einer Klassengemeinschaft ist deutlich personenbezogener als an einer Hochschule. Es zählt der persönliche Kontakt, Fragen bleiben nicht unbeantwortet. Die Abschlussprüfungen werden intern und maßgeschneidert für die Studierenden gestellt. Das ist ein großer Vorteil im Vergleich zu fremdgesteuerten Zentralprüfungen.“
Das Berufskolleg für Technik muss die Prüfungsaufgaben bei der Bezirksregierung Düsseldorf einreichen, von der sie genehmigt werden. „Das Verfahren erfordert Absprachen, die zeitaufwändig sind“, sagt Fachlehrer Jäger. „Es kommt aber den Studierenden zugute. Die meisten sind zwischen 20 und 35 Jahre alt, einige auch älter. Pro Jahr haben wir und 60 Absolventen. Die Weiterbildung ist für Elektrotechniker und Maschinenbautechniker, Mechatroniker und Informatiker konzipiert. Sie richtet sich an die, die bei industrieller Fertigung und digitaler Produktion durchstarten wollen.“
Der größte Berufsschulstandort in Nordrhein-Westfalen
Dabei sind Absprachen ein Merkmal des neuen BCM, wie der Berufsbildungcampus Moers kurz genannt wird, weil im Neubau an der Repelener Straße drei Berufskollegs – Hermann-Gmeiner-Berufskolleg, Mercator Berufskolleg und das Berufskolleg für Technik – sowie die Berufsfachschule für Pflege und Gesundheit ein Zuhause gefunden haben. Mit 5500 Schülerinnen und Schülern ist es der größte Berufsschulstandort in Nordrhein-Westfalen.
„Die Schulleitungen sind enger zusammengerückt“, berichtet Peter Dischhäuser, BKT-Schulleiter. „Alle zwei Wochen sitzen wir freitags zusammen, um alles zu besprechen, wie zurzeit die gemeinsame Ausbildungsbörse am 6. Oktober. Zusammen zu sein und sich auszutauschen, schafft Synergien. Das ist auch für die Schülerinnen und Schüler gut. Wenn sie zum Beispiel merken, dass ihnen Technik doch nicht so liegt, wie sie gemeint haben, dafür aber das Kaufmännische, können sie leichter wechseln, weil die Wege kurz sind.“