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Sandringham (Großbritannien) – Jetzt geht es um Sexualdelikte! Die britische Polizei ermittelt gegen den früheren Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor (66) jetzt nicht mehr nur wegen möglicher Amtsvergehen, sondern auch wegen mutmaßlicher Sexualstraftaten. Die Polizei ruft öffentlich Opfer auf, sich zu melden. Der frühere Duke of York war bereits im Februar festgenommen worden. Hintergrund: Der Verdacht, dass er während seiner Zeit als britischer Handelsbeauftragter vertrauliche Informationen an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) weitergegeben haben soll. Jetzt werden die Ermittlungen gegen Andrew ausgeweitet.
Laut einem Bericht von „Daily Mail“ prüfen die Ermittler inzwischen „mehrere Ermittlungsansätze“, darunter sexuelles Fehlverhalten und Korruption. Bei Razzien im Royal Lodge in Windsor, seinem ehemaligen Wohnsitz, und auf dem Sandringham-Anwesen in Norfolk sollen Ermittler umfangreiches Material sichergestellt haben. Dieses werde derzeit „sorgfältig ausgewertet“, heißt es.

Andrew Mountbatten Windsor, wie er über einer am Boden liegenden Frau auf allen Vieren kniet. Dieses Foto fand sich in den Epstein-Files
Foto: U.S. Department of Justice
Die Polizei untersuche auch Hinweise, wonach Epstein im Jahr 2010 eine Frau für Sex mit Andrew nach Großbritannien geschickt haben soll. Die Vorwürfe erinnern an die Aussagen der inzwischen verstorbenen Virginia Giuffre (†41). Giuffre hatte ausgesagt, sie sei von Epstein an Andrew vermittelt worden. Andrew bestritt das stets – zahlte in einem Zivilverfahren in New York aber Berichten zufolge rund 14 Millionen Euro, ohne ein Schuldeingeständnis abzulegen.
Polizei: „Unsere Tür steht offen“
Jetzt sucht die Polizei nach weiteren möglichen Opfern. Der Vize-Polizeichef Oliver Wright sagte, ein Spezialteam aus erfahrenen Ermittlern arbeite an dem Fall. Die Beamten haben bereits zahlreiche Zeugen gesprochen. „Unsere Tür steht offen. Wann immer ein Opfer oder Überlebender bereit ist, mit uns Kontakt aufzunehmen, sind wir für Sie da.“ Die Ermittler stehen außerdem in engem Kontakt mit dem US-Justizministerium. Sie wollen Zugriff auf weitere Unterlagen aus den sogenannten Epstein-Files erhalten.
Der Bruder von König Charles III. (77) hat sich zu den neuen Vorwürfen bislang nicht geäußert. Andrew bestreitet seit Jahren, von Epsteins Sexualverbrechen gewusst oder selbst etwas Unrechtes getan zu haben. Nach seiner Festnahme im Februar kam er rund zwölf Stunden später „unter Auflagen“ wieder frei. Der Buckingham-Palast erklärte mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen lediglich, man werde die Polizei „unterstützen“.