Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Selenskyj berät mit Partnern – welche Rolle spielt Europa?

Aktualisiert am 22.05.2026 – 10:13 UhrLesedauer: 23 Min.

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Wolodymyr Selenskyj blickt zu Bundeskanzler Friedrich Merz (Archivbild): Heute berät sich der ukrainische Präsident mit seinen europäischen Verbündeten. (Quelle: IMAGO/imago)

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Die Ukraine profitiert von Starlink-Sperrungen. Selenskyj spricht mit seinen europäischen Verbündeten. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Mehr als 30 Verletzte in russisch besetztem Gebiet Luhansk

Im russisch besetzten Gebiet Luhansk sind nach Angaben der Besatzungsbehörden mindestens 35 Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff verletzt worden. Die Drohnen seien in eine Berufsschule und ein Wohnheim in Starobilsk eingeschlagen, in dem sich 86 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren befanden, teilte der von Moskau eingesetzte Verwaltungschef Leonid Passetschnik im sozialen Netzwerk VK mit. Unter den Trümmern seien noch Minderjährige verschüttet, schrieb er.

Selenskyj berät mit Partnern – welche Rolle spielt Europa?

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will heute mit den Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien über den stockenden Friedensprozess beraten. „Ich habe ein Gespräch mit den Partnern der E3 (Europa 3) geplant“, sagte er in einer Videobotschaft, die in der Stadt Slawutytsch nördlich von Kiew aufgezeichnet wurde.

„Wir werden darüber sprechen, wie unser gemeinsamer Druck und unsere gemeinsame diplomatische Arbeit die Lage real beeinflussen können“, sagte Selenskyj, ohne weitere Details zu nennen. Angaben zum Format des Gesprächs machte er nicht. Weil er in der Ukraine ist, dürfte es auf eine Videoschalte mit Bundeskanzler Friedrich Merz, Präsident Emmanuel Macron und Premierminister Keir Starmer hinauslaufen.

Die Bemühungen um ein Ende des seit mehr als vier Jahren dauernden russischen Angriffskriegs lagen in den vergangenen Wochen auf Eis. Die USA, die sich nicht primär als Verbündete der Ukraine sehen, sondern als Vermittler, sind seit Ende Februar durch den Iran-Krieg abgelenkt.

Die europäischen Verbündeten Kiews waren bislang eher am Rande beteiligt. Sie diskutieren aber, mit welchen Forderungen und welchen Unterhändlern man mit Russland über ein Kriegsende reden sollte. Moskau nennt sich gesprächsbereit, rückt aber nicht von seinen maximalen Kriegszielen ab.

Starlink für Russen gesperrt: Ukraine macht wohl Geländegewinne

Die Ukraine hat wohl von der Sperrung russischer Starlink-Terminals profitiert. In einem US-Geheimdienstbericht, aus dem Bloomberg zitiert, heißt es: Die russischen militärischen Fähigkeiten in der Ukraine seien „vorübergehend, aber erheblich geschwächt“ worden.

Die Ukraine und der Betreiber SpaceX hatten im Februar „tausende Starlink-Terminals deaktiviert, die russische Kräfte illegal zur Koordinierung von Drohnenbewegungen und Angriffen in Gebieten genutzt hatten, in denen die Kommunikation unzuverlässig oder leicht zu stören war“. Russische Telegramkanäle berichteten von starken Einschränkungen von Bewegungen an der Front und unterbrochener Kommunikation.

Seit Anfang des Jahres haben die ukrainischen Verteidigungskräfte den Angaben zufolge deshalb etwa 400 Quadratkilometer Gebiet zurückgewonnen.

imago images 0825922963Vergrößern des BildesEin Soldat mit einem Starlink-Terminal. Für russische Soldaten wurde der Gebrauch eingeschränkt. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Hami Roshan/imago)