1,7 Millionen Euro investierte die städtische Entwicklungsgesellschaft (EWMG) in den Grünzug zwischen Stationsweg und Hamerweg, der das Venner Zentrum mit dem neuen Wohngebiet Flipsenpesch verbindet. „Wir schaffen mit diesem Bereich einen Ort, der Bewegung, Begegnung und Lebensqualität miteinander verbindet“, sagte Ulrich Schückhaus, EWMG-Geschäftsführer, bei der offiziellen Vorstellung der 29.000 Quadratmeter großen Fläche.

Das „grüne Rückgrat“ des Quartiers

Die Grünanlage auf einem ehemaligen Feld verbindet über eine zentrale Geh- und Radwegeachse die beiden Wege. Entlang dieser Verbindung sind zwei Bereiche als Aufenthalts- und Treffpunkte entstanden – einer nahe der Kinderspielflächen in Richtung Stationsweg, der andere in Richtung Hamerweg mit Blickachse zur Kirche St. Maria Empfängnis. Das „grüne Rückgrat des Quartiers“ sei ein prägender Freiraum für den gesamten Stadtteil, so Schückhaus, mit 105 neu gepflanzten Bäumen und rund 17.500 Quadratmeter Rasen- und Wiesenflächen. „Dieser Grünzug ist weitaus mehr als der gesetzlich vorgeschriebene Grünflächenausgleich nach der Entwicklung des Neubaugebietes.“

Bei der Planung wurden Wünsche von Kindern, Jugendlichen und Nachbarn aus einer Bürgerversammlung berücksichtigt. Aus Rücksichtnahme auf die Umgebung wurde auf ein Kleinspielfeld mit Fußballtoren ebenso verzichtet wie auf ein Volleyballnetz oder eine stationäre Grillecke. Viele Sitzbänke laden zum Verweilen ein. Herzstück der Anlage ist ein abgesenkter Outdoor-Sportbereich mit Sandspielfläche und Fitnessmodulen. Ergänzt wird das Angebot durch eine Calisthenics-Anlage, eine Slackline, ein Multifunktionsfeld aus Sand, Tischtennisplatten und ein Schachspiel.

Für die Kinder entstand eine rund 900 Quadratmeter große Spielfläche mit Wassermatschanlage, Bobbycar-Bahn und einem Multifunktions- und Kletterspielgerät aus Holz. Sie ergänzt den bereits vorhandenen Spielbereich mit Seilbahn und Vielfachschaukel. Zwischen den beiden Bereichen befindet sich zudem eine Boule-Bahn, sodass der Grünzug nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Erwachsene attraktiv werden könnte. Rund 1600 Quadratmeter Radschnellweg und 1600 Quadratmeter Wege, die auch als Joggingstrecke genutzt werden könnten und die durch 48 Mastleuchten auch eine sichere Nutzung bei Dunkelheit ermöglichen, runden den Grünzug ab. Teilweise wurde das Gelände so modelliert, dass aus verschobenem Erdreich Hügel entstanden, die auch als Rodelstrecke nutzbar wären.

Noch sind Bäume und Pflanzen in der Anwachsphase. Artenreiche Wiesenmischungen stärken dabei die ökologische Vielfalt und schaffen Lebensräume für Insekten und Vögel. In den Beeten entlang der Wege hat Landschaftsarchitekt Friedrich Wittmann sogar Erdbeerpflanzen eingesetzt. „Es sind die wilden, ursprünglichen Erdbeeren“, wie er erläuterte. Zum Grünzug sagte er: „Unser Ziel war es, einen Freiraum zu gestalten, der Bewegung, Aufenthalt und Naturerlebnis verbindet und von Anfang an ein Treffpunkt für alle Generationen wird.“ Von einer anspruchsvollen Aufgabe, eine Anlage mit so vielen unterschiedlichen Nutzungsangeboten in nur sieben Monaten umzusetzen, sprach Marvin Montag, Gesellschafter der Meyer & Schwarze GmbH, die als Garten- und Landschaftsbauer die Planung umsetzte. Nun wird sich zeigen, wie Bürger die neue Grünfläche nutzen.