Unter dem Titel „King Arthur“ geht es in die Welt altenglischer Instrumentalmusik von Dowland, Purcell, Händel und anderen Komponisten. Die WZ hat vorab eine Probe besucht.

Nach dem Tod von Henry Purcell 1695 veränderte sich die musikalische Landschaft in der wirtschaftlich blühenden Metropole London. Ausländische Musiker strömten in die Stadt, man lauschte italienischer Musik, Händel begeisterte die Londoner Musikwelt. Das alles wird sich im Programm des Ensembles Sonare widerspiegeln. Vier der fünf Musiker sind Mitglieder des Wuppertaler Sinfonieorchesters. Am Vormittag probten sie für das 9. Sinfoniekonzert, nun spielen sie Alte Musik im Wohnzimmer von Elisabeth Stoffels-Noll, denn da steht ein Cembalo. Udo Mertens (Querflöte), Adelheid Riehle (Violine), Jens Brockmann (Viola), Joël Wöpke (Violoncello) und Elisabeth Stoffels-Noll bereiten sich auf die „Stunde der Kammermusik“ vor. Die beginnt mit der „Melancholia“ des Elisabethanischen Zeitalters. Das Lied „Flow my Tears“ von John Dowland – als Komponist und Lautenist ein Meister dieses Genres – drückt Traurigkeit und tiefe Verzweiflung aus. Zuerst erklingt es von der Solo-Flöte, dann kommt das Cembalo mit Lautenklang hinzu. Später gibt es Variationen zu diesem Lied: Eine Pavana von William Byrd, mal vom Cembalo, mal von den Streichern gespielt. Es folgt eine „Unbekannte“ – sehr wahrscheinlich verbirgt sich hinter dem Pseudonym „Mrs. Philharmonica“ eine Frau. Ihre Triosonaten wurden 1725 gedruckt. Von der „Melancholia“ verabschiedet sich das Ensemble nach und nach. In der Probe spielt es die strahlenden Klänge von Francesco Geminiani, dessen Concerto grosso c-Moll aus dem Jahr 1732 am Ende des Konzerts stehen wird. Akribisch werden die lieblichen barocken Klänge des Italieners geprobt, der zu seiner Zeit in London sehr populär war und auch als Violinist und Konzertmeister berühmt wurde. Es wird am Tempo gefeilt und klingt danach noch tänzerischer. Beschwingt und leichtfüßig ertönt der zweite Satz, die Musiker tauschen Ideen zur Gestaltung aus, der Satz bekommt eine wunderschöne Form. Das andächtige Adagio erklingt in harmonischem Zusammenspiel, der temporeiche vierte Satz sprudelt lebendig und klappt auf Anhieb hervorragend.

Mitreißend
schöne Tänze

In der Probe spielen die Musiker in Tutti-Besetzung Henry Purcells Suite aus „King Arthur“. Typisch sind hier melodische Bögen, polyphone Strukturen und großer Einfallsreichtum. In der Suite aus der Semi-Oper „King Arthur“ sind instrumentale Tanzsätze und Theatermusik zu hören. Sieben Sätze werden geprobt. Ein eleganter Tanz, ein geheimnisvolles Zusammenspiel von Flöte und Geige, locker-leichte Tänze in rasantem Tempo, ein traditioneller Volkstanz –mitreißend schön.

Dann werden „Ausländer“ geprobt. Deutsche und Italiener. Händel und Weidemann – die beide in London erfolgreich waren und Engländer wurden – kommen später dran. Am Ende dieser intensiven Probe erklingt die Sonata g-Moll für Viola und Basso continuo von Pietro Castrucci. Dieser weilte zeitgleich mit Händel in Rom und kam 1715 nach London. Die Solosonate – eigentlich für Viola da Gamba – stammt aus der 2015 entdeckten Ledenburg-Sammlung, in zeitgenössischer Transkription. Mit dem Klang seiner Bratsche lässt Jens Brockmann die Sonata in inniger Tiefe erklingen und mit einer Giga, einem fröhlichen Tanz, enden.

Sonntag, 31. Mai 2026, 17 Uhr Erlöserkirche, Stahlstraße 9. Der Eintritt ist frei. Spenden am Ausgang sind willkommen.