
Wenn Deutschland bei der Eishockey-WM von Beginn an so gespielt hätte, wäre das Viertelfinale nicht in Gefahr. Gegen Ungarn feierte das DEB-Team beim 6:2 (2:0, 2:0, 2:2) eine eindrucksvolle Sieg-Premiere.
Obwohl Deutschland im vorigen Spiel gegen die USA (3:4 nach Penaltyschießen) viel Pech hatte und auch wegen einer Schiedsrichterentscheidung den ersten Sieg knapp verpasste, war am Freitag zu sehen, wie viel Auftrieb diese Partie gab. Das DEB-Team trat gegen Ungarn sehr offensichtlich mit deutlich mehr Selbstvertrauen auf und spielte auch endlich wieder so, wie es zu einem Silbermedaillengewinner der vergangenen WM 2023 passt.
Deutsche Dominanz in den ersten 20 Minuten
Das erste Drittel fand fast ausschließlich im ungarischen Drittel statt, der Außenseiter gab in den 20 Minuten lediglich zwei Schüsse ab. DEB-Torhüter Philip Grubauer hatte so nach seiner Schwerstarbeit gegen die USA einen ruhigen Start ins drittletzte Spiel der Gruppenphase.
In der Offensive bestach das deutsche Team durch Geduld, wartete auf die perfekte Gelegenheit – und die ergab sich unter anderem in der neunten Minute. Da schlenzte Eric Mik den Puck von der Bande aus Richtung Tor, wo Nicolas Krammer dem ungarischen Goalie Bence Balizs komplett die Sicht nahm und so das 1:0 ermöglichte.
Der erste Treffer war unmittelbar nach dem ersten Powerplay gefallen – beim zweiten Tor profitierte die Mannschaft von Trainer Harold Kreis dann direkt vom zweiten Überzahlspiel. Kurz vor der Drittelpause vollendete Leon Gawanke eine starke Kombination mit einem Direktschuss ins lange Eck (20.).
DEB-Team gegen Balizs – bis Reichel trifft
Am dominanten Auftritt des zuvor enttäuschenden DEB-Teams (ein Punkt aus vier Spielen) änderte sich auch im zweiten Durchgang nichts. Ungarn schaffte es meist nur durch Befreiungsschläge über die eigene blaue Linie, Torhüter Balizs stand dauerhaft im Blickpunkt.
Dort agierte der 35-Jährige richtig gut. Deutschland verpasste es, das Ergebnis frühzeitig noch deutlicher zu gestalten und vergab jede Menge Topchancen – erst in der 40. Minute sorgte Lukas Reichel für das überfällige 3:0. Und damit war der Bann gebrochen, denn nur Sekunden später erhöhte Samuel Dove-McFalls sogar auf 4:0 (40.).
Deutschland im Schlussdrittel nachlässig
Die Entscheidung war gefallen, das deutsche Team machte dennoch weiter – und das galt auch für das Toreschießen. Denn keine zwei Minuten vergingen, bis Gawanke seinen zweiten Treffer des Tages erzielte, wieder hatte sich Deutschland fast mühelos durch die gegnerische Defensive gespielt (42.). Erst danach hatte Ungarn eine kleine Druckphase und einige Chancen: Grubauer war zunächst zur Stelle, patzte dann aber beim ersten Gegentreffer durch Tamas Sarpatki (45.).
Mit diesem Moment verlor das Kreis-Team zunächst den Faden, es hatte aber Glück, dass ein weiterer ungarischer Treffer von Doman Szongoth (50.) nachträglich aberkannt wurde, weil Grubauer zuvor angegangen worden war. Diesen Warnschuss nahm sich Deutschland zu Herzen, schaltete zurück in den Offensivgang und stellte den alten Abstand wieder her: Nur Sekunden nach dem vermeintlichen 2:5 traf wieder Gawanke zum 6:1 (50.).
Der Schlusspunkt der Partie gehörte aber Ungarn, in der 58. Minute konnte Janos Hari zum Endstand verkürzen. Das änderte aber nichts daran, dass Deutschland nicht nur der erste Sieg in der Gruppenphase gelang und damit die Chance aufs Viertelfinale erhalten bleibt – sondern vor allem die Formkurve vor den entscheidenden Spielen gegen Österreich (Samstag, 20.20 Uhr) und Großbritannien (Montag, 20.20 Uhr) weiter nach oben zeigt. Für die Top 4 in der Gruppenphase braucht es aber zwei weitere Siege.
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