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Kevelaer (NRW) – Sie sind 13, 14, höchstens 15 Jahre alt – und sollten über die Neugestaltung eines Bordells nachdenken. So passiert im Sexualkundeunterricht einer 8. Klasse an einem städtischen Gymnasium in Kevelaer. Die Empörung in dem bekannten katholischen Wallfahrtsort ist bei vielen groß.
Insgesamt drei Aufgabenblätter erhielten die Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums. Der Auftrag: einen „Puff für alle“ beziehungsweise ein „Freudenhaus der sexuellen Lebenslust“ entwerfen. Das berichten der WDR und die „Rheinische Post“.
Über diese Puff-Fragen sollten die Schüler nachdenken
Die Schüler sollten Antworten auf folgende Fragen erarbeiten: „Welches inhaltliche Angebot muss der neue Puff für alle bereithalten? Welche sexuellen Vorlieben müssen in den Räumen wie bedient und wie angesprochen werden?“, zitiert die „Rheinische Post“ aus den Arbeitsblättern. Oder auch: „Wie muss der Puff von außen gestaltet sein, damit er von allen möglichen Menschen aufgesucht werden kann und aufgesucht werden möchte?“

Die Schüler sollten sich auch Gedanken darüber machen, wie der Puff von außen zu gestalten sei (Symbolbild)
Foto: picture alliance/Caro
Auch über die Menschen in dem fiktiven Bordell sollten sie sich dabei Gedanken machen. „Wer muss in diesem neuen Puff arbeiten? Welche Fähig- und Fertigkeiten brauchen die dort Arbeitenden, damit alle möglichen Menschen bedient und zufriedengestellt werden können?“, berichtet die „Rheinische Post“ weiter.
Die Stellungnahme der Schulleiterin
Nachdem die Aufgabe Kritik und Diskussionen auslöste, gab die Schulleiterin Christina Diehr eine schriftliche Stellungnahme ab. Demnach habe die Schulleitung sofort Gespräche mit der Lehrkraft, der Klassenpflegschaft und mit Eltern geführt. In dem Schreiben heißt es: „Die Lehrkraft hat zudem den Eltern und der Klassenpflegschaft die Hintergründe des Unterrichtsmaterials erläutert. Diese Gespräche waren sehr konstruktiv geprägt, sodass Irritationen ausgeräumt wurden.“ Die Unterrichtseinheit habe bewusst Inhalte aufgreifen sollen, die Kindern bei der starken Nutzung von Social Media und der damit verbundenen „Informationsflut über verschiedenste Formen von Sexualität“ begegnen könnten.
Laut WDR wolle das Gymnasium in Nordrhein-Westfalen das Projekt nach dem Eklat jedoch nicht wiederholen. Die Schüler sollen sich in Zukunft anders über die „Vielfalt der Lebensformen und der Sexualität“ austauschen. Die zuständige Schulaufsicht bei der Bezirksregierung Düsseldorf wollte sich auf BILD-Anfrage zu dem Thema nicht äußern.