Seit 2025 hat Düsseldorf ein neues Literaturfestival. Sorgfältig kuratiert von den Buchhändlerinnen Anja Urbschat-Happ und Annette Happ, standen bei der Premiere Bücher von Frauen mit Geschichten über Frauen im Mittelpunkt. Bei der zweiten Auflage vom 2. bis 12. Juli liegt der Fokus auf Geschichten und der Kreativität des Erzählens.

Denn „Stories sind mehr als Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Sie schaffen Nähe, Verständnis und Liebe“, so bringt Festivalleiterin Annette Happ die Themenwahl auf den Punkt. Sieben Autorinnen und Autoren sind eingeladen, um über ihre Texte unter anderem in der Neanderkirche, dem Palais Wittgenstein oder der Schleuse Zwei im Bilker Bunker mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. Zum Programm gehören gleich zwei spannende Debüts und ein ganz besonderer Abend in drei Akten. Neu als Leseorte sind die Berger Kirche und die Christuskirche Oberbilk dabei.

Als Überraschungserfolg hatte sich im letzten Jahr die Leseparty herausgestellt. Die Idee dahinter ist einfach und erfreut sich immer größerer Beliebtheit: Jeder bringt zur Party sein eigens Buch mit. Geschmökert wird gemeinsam in Ruhe. Zwischendrin ist Zeit für den Austausch und Inspiration für neuen Lesestoff.

Anne Freytag – „Laute Nächte“ Den Auftakt am 3. Juli macht Anne Freytag. Die Münchnerin denkt nicht in Genres, sondern in Geschichten. Manche handeln vom Erwachsenwerden, andere vom Erwachsensein, wieder andere vom blanken Überleben – immer aber von Menschen und den Verbindungen zwischen ihnen. In „Laute Nächte“ erzählt sie von vier in Wien lebenden jungen WG-Bewohnern, die sich nach Jahren wiedertreffen und in einer langen Nacht herausfinden, wie sehr Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen (Palais Wittgenstein, 19 Uhr).

Oliwia Hälterlein – „Wir Töchter“ Am 7. Juli stellt Oliwia Hälterlein ihren Debütroman vor. Darin beschreibt die Dramaturgin und Moderatorin ein Leben zwischen dem Aufbruch aus einem polnischen Dorf, Migration und einem neuen Leben in Deutschland. Es sind Geschichten von drei Frauengenerationen: Großmutter, Mutter, Enkelin – die lange am Küchentisch geblieben sind und selten in Büchern stehen (Bilker Bunker/Schleuse Zwei, 19 Uhr).

Timothy Paul – „Eine Liebe ohne Sommer“ Ein weiteres Debüt steht am 8. Juli auf dem Programm. Timothy Paul nimmt seine Leser mit auf eine Reise der Erinnerungen, die Rosa an Nikolas hat, der nur drei Monate nach ihrer ersten Begegnung stirbt. Auf der Suche nach Antworten auf das Warum begegnet sie den Menschen aus seinem Leben und entdeckt eine Seite von ihm, die er ihr nie gezeigt hat (Bilker Bunker/Schleuse Zwei, 19 Uhr).

Daniel Schreiber – „Liebe! Ein Aufruf“ Für sein aktuelles Buch stellte sich der Bestsellerautor eine ebenso einfache wie radikale Frage: Was wäre, wenn wir Liebe wieder als gesellschaftliche und politische Kraft begreifen würden? Mit Moderatorin Antje Deistler spricht er am 10. Juli über die Suche nach Haltung und einer Sprache für eine Zeit, in der Ohnmacht zum politischen Grundgefühl geworden ist und das gesellschaftliche Zusammenleben zunehmend von Aggression und Hass geprägt scheint (Neanderkirche, 19 Uhr).

Miriam Meckel, Léa Steinacker & Daniel Rettig – Ein Serendipity-Abend in drei Akten Zum Abschluss des Festivals am 12. Juli haben Miriam Meckel und Léa Steinacker gemeinsam mit Daniel Rettig einen besonderen Abend konzipiert: Im ersten Akt geht es um die Kraft des Zufalls. Der zweite Akt hinterfragt, was passiert, wenn KI immer stärker auf Convenience ausgerichtet ist und wie man trotzdem kreativ und menschlich bleibt. Im Schlussakt geben Miriam Meckel und Léa Steinacker einen exklusiven Sneak-Pre-Talk zu ihrem neuen Buch, an dem sie gerade arbeiten (Christuskirche Oberbilk, 18 Uhr).

Silent Reading Unter dem Motto „Bring dein eigenes Buch mit“ gibt es zusätzlich zum Festivalprogramm am 5. Juli ab 15 Uhr eine Leseparty in der Berger Kirche. Für eine Weile entsteht ein Raum, in dem nichts zählt außer Geschichten, Gemeinschaft und Zeit zum Lesen.