Der neue Fed-Chef Kevin
Warsh hat seinen Amtseid als Nachfolger von Jerome Powell
geleistet. Er wurde im Weißen Haus von
US-Präsident Donald Trump für eine vierjährige Amtszeit als
Zentralbankchef vereidigt. An der Zeremonie im
Weißen Haus nahmen zahlreiche Politiker und Wirtschaftsvertreter teil,
unter anderem die frühere Außenministerin Condoleezza Rice.
»Schauen Sie nicht auf mich, schauen Sie auf niemanden, machen Sie einfach Ihr Ding und leisten Sie großartige Arbeit«, sagte Trump bei der Vereidigungszeremonie. Er wünsche sich für Warsh in seiner neuen Rolle »völlige Unabhängigkeit«. Trump sagte zudem, dass die Kursgewinne an der Börse signalisieren würden, dass die Anleger Warsh als neuen Chef gutheißen würden. Warsh war Trumps Wunschkandidat für die Spitze der Fed. In der vergangenen Woche war er mehrheitlich vom US-Senat für das Amt
bestätigt worden.
Warsh kündigte »reformorientierte« Agenda an
Warsh selbst bedankte sich beim Präsidenten und sprach davon, seine neue Rolle mit Energie und Entschlossenheit ausfüllen zu wollen. Gleichzeitig wolle er nicht naiv mit den Herausforderungen der Zeit umgehen und aus den Fehlern und Erfolgen der Vergangenheit lernen. Der neue Notenbankchef der US-Notenbank kündigte unter seiner Führung zudem eine »reformorientierte« Agenda an.
Er hat sich offen für Zinssenkungen gezeigt und will gleichzeitig die Bilanz der Federal Reserve deutlich verkürzen. Trump kritisierte seinen Vorgänger immer wieder dafür, die Leitzinsen zu zögerlich gesenkt zu haben. Darüber hinaus strebt Warsh eine engere Abstimmung mit der Regierung an. Er war bereits bis 2011 Mitglied des Fed-Gouverneursrats. Damals trat er jedoch aus Protest gegen die Politik des billigen Geldes
zurück. Zuletzt änderte er jedoch seine Meinung und stimmt Trump mittlerweile zu,
dass der Leitzins sinken müsse.
Unabhängigkeit der Notenbank steht unter Druck
Der Führungswechsel bei der Fed geschieht, während die US-Notenbank sich um eine steigende Inflation sorgt. Bei der Sitzung Ende April sprach sich eine Mehrheit der Fed-Vertreter dafür aus, die Basis für eine mögliche Zinserhöhung zu schaffen. Sie begründeten diesen Schritt damit, dass eine Straffung der Geldpolitik erforderlich sein könnte, falls die Inflation anhaltend über dem Ziel der Notenbank von zwei Prozent bleibe. Die im Zuge des Irankriegs gestiegenen Energiepreise treiben die Inflation an, die Verbraucherpreise stiegen im April um 3,8 Prozent zum Vorjahresmonat. Damit steht Warsh zu Beginn seiner Amtszeit vor der Herausforderung eines Inflationsschubs.
© Lea Dohle
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Powell will als einfacher Direktor weiter im Board der Notenbank bleiben. Er hatte Ende April seine letzte Sitzung als Notenbankchef geleitet, nachdem er die Notenbank acht Jahre lang geführt hatte. Sein Verhältnis zu Trump war zunehmend belastet, der Streit gipfelte in mittlerweile eingestellten Ermittlungen gegen Powell im Zusammenhang mit der Renovierung der Notenbankzentrale in Washington.
Der Wechsel an der Spitze fällt somit in eine Phase, in der die Unabhängigkeit der Notenbank zuletzt unter Druck geraten ist. Trump hatte immer wieder versucht, Einfluss auf die Fed zu gewinnen. Warsh versprach jedoch bei seinem Bestätigungsverfahren im Senat, Zinsentscheidungen als Notenbankchef »strikt unabhängig« von politischen Erwägungen zu treffen. Er sei absolut keine Marionette des US-Präsidenten, sagte er und reagierte damit auf einen Vorwurf der oppositionellen Demokraten.
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