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Berlin – Deutschland erlebt einen historischen Einbürgerungsboom: Noch nie seit Einführung der bundesweiten Statistik im Jahr 2000 haben so viele Menschen den deutschen Pass bekommen wie 2025. Wie die WELT (gehört wie BILD zu Axel Springer) berichtet, wurden allein in 14 Bundesländern mindestens 309.852 Menschen eingebürgert. Schon jetzt ist das ein neuer Rekord. 2024 lag der bisherige Höchstwert bei 291.955 Einbürgerungen. Auffällig: Neben Syrern und Türken beantragen zunehmend auch Russen die deutsche Staatsbürgerschaft.
Der Boom hat mehrere Gründe. Viele Migranten aus den Zuzugsjahren 2015 und 2016 erfüllen inzwischen die nötige Aufenthaltsdauer. Hinzu kommt die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts durch die frühere Ampel-Regierung. Seitdem ist eine Einbürgerung oft schon nach fünf statt acht Jahren möglich, die doppelte Staatsbürgerschaft wurde erleichtert. Wer Deutscher werden will, muss dennoch Voraussetzungen erfüllen, darunter grundsätzlich den eigenen Lebensunterhalt sichern können.
Berlin verdoppelt Zahlen, Russen legen stark zu
Besonders stark zeigt sich der Trend in Berlin: 39.034 Menschen wurden eingebürgert, fast doppelt so viele wie im Vorjahr. In Brandenburg erhielten 4695 Menschen den deutschen Pass, ein Plus von 25 Prozent. Wichtigstes Herkunftsland bleibt vielerorts Syrien. Gleichzeitig steigen die Zahlen bei Türken und Russen deutlich. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden 3841 Russen eingebürgert, ein Plus von 67,4 Prozent.
Politologe Dmitri Stratievski, Leiter des Osteuropa-Zentrums Berlin, sieht unterschiedliche Gründe: Einige wollten sich politisch von Russland lösen. Andere lebten schon lange in Deutschland und nutzten die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft, z. B. für einfachere Familienbesuche.
Behörden rechnen schon mit der nächsten Welle
Schon jetzt bereiten sich viele Städte auf den nächsten Anstieg vor: Ukrainer könnten ab 2027 verstärkt den deutschen Pass beantragen. Dann erreichen viele Geflüchtete aus 2022 die notwendige Aufenthaltsdauer von fünf Jahren.