TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Amazon baut sein Logistikgeschäft massiv aus und macht damit etablierten Versanddiensten Konkurrenz. Der Konzern bietet seine Transport- und Versanddienste jetzt auch anderen Unternehmen an. Bisher nutzte Amazon sein Netzwerk vor allem für eigene Bestellungen. Künftig können aber auch Firmen ihre Waren über Amazon verschicken lassen, selbst wenn sie ihre Produkte nicht über den Online-Marktplatz verkaufen. Damit wächst der Druck auf große Anbieter wie DHL, Hermes oder klassische Speditionen.
Unter dem Namen „Amazon Supply Chain Services“ startet der Konzern einen umfassenden Dienst für Geschäftskunden. Das Angebot reicht vom Versand einzelner Pakete bis hin zu großen Transporten mit Lastwagen, Flugzeug oder Schiff. Amazon übernimmt dabei nicht nur die Zustellung an Endkunden, sondern auch Lieferungen von Rohstoffen und Industrieprodukten. Ein Versand für Privatkunden ist aktuell nicht vorgesehen.
Amazon übernimmt komplette Abwicklung
Firmen können ihre Produkte zudem in Amazon-Lagern einlagern lassen. Auf Wunsch kümmert sich das Unternehmen um Verpackung, Versand und sogar um die Zollabfertigung bei Importen. Voraussetzung ist laut Amazon, dass die Waren zusätzlich auch über den eigenen Online-Shop angeboten werden. Der Dienst richtet sich ausdrücklich auch an Händler, die eigentlich mit Amazon konkurrieren.
Mehr zum ThemaBranche fürchtet weiteres Beben
Schon der Einstieg Amazons in die Paketzustellung hatte die Logistikbranche stark verändert. Mit dem neuen Angebot dürfte der Konkurrenzdruck weiter steigen. Welche Leistungen genau in welchen Ländern verfügbar sind, hat Amazon bisher nicht bekannt gegeben. Klar ist aber schon jetzt: Der Vorstoß könnte die Marktposition vieler etablierter Logistikunternehmen weiter schwächen.