
Stand: 23.05.2026 09:44 Uhr
Ver.di ruft erneut Beschäftigte im Handel zum Warnstreik auf. Am Donnerstag waren Arbeiterinnen und Arbeiter eines Logistikzentrums in Barsinghausen zum Streik aufgerufen, heute sind Ausstände in Geschäften in Hannover geplant.
Der Streikaufruf könnte unmittelbare Auswirkungen auf Kundinnen und Kunden haben. Ver.di fordert ganztägige Ausstände in ausgewählten Betrieben und Filialen des Groß- und Einzelhandels. Betriebe und Filialen folgender Unternehmen sind in den Streikaufruf eingeschlossen:
- Aldi
- Douglas
- Edeka
- H&M
- Ikea
- Kaufland
- Metro
- Primark
- Zara
Demonstrationszug zieht durch Hannover
Während des Warnstreiks sollen die Beschäftigten an einem Demonstrationzug durch die Innenstadt Hannovers teilnehmen. Er soll gegen 11 Uhr am Platz an der Goseriede starten und gegen 12 Uhr am Ernst-August-Platz ankommen, kündigte ver.di an. Dort ist eine Kundgebung geplant.
Ausstand in Kaufland-Logistikzentrum: Lieferengpässe möglich
Am Donnerstag hatte die Gewerkschaft die Beschäftigten des Kaufland-Logistikzentrums in der Region Hannover zum 24-stündigen Ausstand aufgerufen. Das Kaufland-Logistikzentrum ist laut ver.di eines von insgesamt sieben in Deutschland. Durch den Warnstreik könne es in den Kaufland-Märkten in der Region zu Lieferengpässen kommen, hieß es vorab von ver.di.
Was ist der Unterschied zwischen Warnstreik und Streik?
Bei Warnstreiks handelt es sich laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) vorwiegend um kurzfristige Arbeitsniederlegungen. Diese umfassen etwa wenige Arbeitsstunden oder einzelne Schichten und können wiederholt werden. Das Ziel: Mitglieder und Beschäftigte zu mobilisieren und Kampfbereitschaft zu signalisieren. In der Praxis ziehen sich Warnstreiks auch mal über mehrere Tage, die Grenzen zu einem Streik sind somit fließend. Juristisch gibt es nach Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) keine Unterscheidung. Für einen regulären Streik gibt es aus Sicht des DGB jedoch zwei Voraussetzungen: Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeber müssen formal für gescheitert erklärt werden. Und die Gewerkschaftsmitglieder unter den Beschäftigten müssen sich in einer Urabstimmung für einen Streik aussprechen.
Nicht der erste Warnstreik im Groß- und Einzelhandel
Bereits Anfang des Monats sowie vergangenes Wochenende hatte Ver.di zu Arbeitsniederlegungen bei Händlern aufgerufen. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten im Einzelhandel sieben Prozent – mindestens 225 Euro – mehr Gehalt. Darüber hinaus besteht ver.di auf einen Mindest-Stundenlohn von 14,90 Euro sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro. Die Laufzeit der Tarifverträge soll zudem insgesamt zwölf Monate betragen. „In kaum einer anderen Branche steht dem Reichtum der Konzern-Chefs die arbeitende Armut ihrer Beschäftigten so skandalös gegenüber wie im Handel“, kritisierte ver.di-Gewerkschaftssekretär Mizgin Ciftci mit Blick auf das Kaufland-Logistikzentrum in Barsinghausen. Bezogen auf den Einzelhandel sagte Ciftci, dass „den vielen Frauen im Einzelhandel schon jetzt die Angst vor Altersarmut spürbar im Nacken“ sitze.

Zum Ende der Streikwoche legten unter anderem in Braunschweig, Hildesheim und Delmenhorst Beschäftigte ihre Arbeit nieder.

Ver.di hat Beschäftigte unter anderem in Braunschweig und im Edeka-Lager Lauenau für heute zum Ausstand aufgerufen.

Einzig die Filiale in Braunschweig war von dem Aufruf ausgenommen. Hintergrund ist ein Tarifkonflikt im Einzelhandel.