Angriffe im Landesinneren
So schwächelt Putins Luftverteidigung
23.05.2026 – 12:07 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein Haus steht im Dorf Subbotino nahe Moskau nach einem Angriff in Flammen: Die russische Luftabwehr hat große Löcher. (Quelle: Moscow regional Governor Andrei Vorobyov/reuters)
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Die Ukraine greift immer öfter Ziele weit im Inneren Russlands mit Drohnen an. Russlands Luftverteidigung stößt offenbar an Grenzen. Ein Grund ist die Größe des Landes.
Der russische Krieg gegen die Ukraine findet längst nicht mehr nur in der Ukraine statt. Das Land von Präsident Wolodymyr Selenskyj reagiert auf die Angriffe Russlands mit Gegenangriffen auf russisches Staatsgebiet, insbesondere auf Ziele der Öl- und Energieinfrastruktur. Und Russland scheint den teils über 1.000 Kilometer weit fliegenden Drohnen über russischem Gebiet regelmäßig nichts entgegensetzen zu können. Das könnte am fehlenden „Netz aus koordinierten mobilen Feuerteams, Abfangdrohnen und Luftfahrzeugen zur Drohnenabwehr“ liegen, erklärt Oberstleutnant und Militäranalyst Andreas Rapp im „Tagesspiegel“.
Die ukrainische Trefferquote ist hoch und Berichte über brennende Ölanlagen häufen sich. In der Nacht zu Samstag setzte die Ukraine beispielsweise eine Öllagerstätte in der bereits mehrfach attackierten Schwarzmeer-Metropole Noworossijsk in Brand. Berichten von Augenzeugen zufolge soll es sich um eine der größten Öllagerstätten im Kaukasus handeln. Aber auch Militärflugplätze und Waffenhersteller nimmt das ukrainische Militär regelmäßig ins Visier.
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Im März 2026 schickte die Ukraine 7.000 Drohnen nach Russland – erstmals mehr als Russland in die Ukraine, zitiert „Radio Free Europe/Radio Liberty“ (RFE/RL) den französischen Open-Source-Forscher Clement Molin. Im August 2024 seien es noch etwa 1.000 ukrainische Drohnen, im Juli 2025 3.000 Drohnen gewesen.
Experte: „Geografie kann Russland nicht ändern“
John Helin, Mitbegründer der Forschungsorganisation Black Bird Froup erklärte „RFE/RL“: „Ich wäre vorsichtig, allein aus den Rohdaten zu weitreichende Schlüsse zu ziehen“, allerdings sei der allgemeine Trend unbestreitbar. „Die Ukraine hat ihre Kapazitäten für Langstrecken-Drohnenangriffe deutlich ausgebaut, und Russland steht nun vor der Herausforderung, ein wesentlich größeres rückwärtiges Gebiet gegen regelmäßige ukrainische Angriffe zu verteidigen.“
Diesen Aspekt betont auch Gustav Gressel im „Tagesspiegel“. Die geografische Größe des Landes sei ein Problem in der Luftverteidigung. „Die ukrainischen Abwehrsysteme stehen um Städte in der Tiefe, Russlands Systeme in einem Fliegerabwehrgürtel um die Ukraine“. Russland sei zu groß und zu weiträumig, um Städte weiter hinten im Land zu schützen. „Geografie kann Russland nicht ändern“, so Gressel.
Auch Rapp betont die „naturgemäß großen Lücken“ in der russischen Luftverteidigung. Eine Konzentration der Flugabwehrsysteme gebe es um Moskau, insbesondere um Putins Residenz, entlang der russisch-ukrainischen Grenze und auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim.
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