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Duisburg (Nordrhein-Westfalen) – Sonntags früh aufstehen, 42 Kilometer laufen, dann die Messe halten – für Tobias Breer ist das keine Ausnahme, sondern Alltag. Der 62-jährige Ordenspriester aus der Herz-Jesu-Gemeinde in Duisburg-Neumühl hat schon mehr als 400 Marathons auf sieben Kontinenten absolviert. Dabei hat er etwas geschafft, das kaum ein Sportler von sich sagen kann: 2,2 Millionen Euro Spendengelder für Kinder in Not gesammelt.

Der „Läufer im Auftrag des Herrn“ begann vor 20 Jahren, seine Marathon-Leidenschaft mit seinen sozialen Initiativen in Duisburg (Nordrhein-Westfalen) zu verbinden. Seitdem macht er an jedem Start Werbung für seine Projekte, gewinnt Geldgeber. „Unter den Folgen von Armut leiden vor allem Kinder. Ihre Zukunft, Gesundheit und Bildung stehen für mich im Mittelpunkt“, sagt der durchtrainierte Gottesmann.

Pater Tobias (62) beim Hochamt am Altar seiner Duisburger Gemeinde

Pater Tobias (62) bei der Sonntagsmesse am Altar seiner Duisburger Gemeinde

Foto: Tim Foltin

„Wer etwas bewegen will, muss sich bewegen“

Schwimmkurse, Kinder-Kochschule, Reittherapie und die Gründung der Sozialeinrichtung LebensWert gGmbH wurden durch seine mehr als 400 Langstreckenläufe erst möglich. Sponsorengelder sichern drei Stellen in der Gemeinde. „Wer etwas bewegen will, muss sich bewegen“, sagt Pater Tobias.

Die Zahlen hinter diesem Leben sind kaum zu fassen. 104 Marathons allein im vergangenen Jahr, insgesamt mehr als 400 Marathon- und Extremrennen. Nach eigenen Angaben ist er insgesamt bereits mehr als 60.000 Kilometer gerannt – bei Temperaturen zwischen -27 Grad (Antarktis-Halbmarathon) und 40 Grad (Kamerun-Lauf). Die längste Distanz führte ihn 172 Kilometer durch die Wüste (Oman-Ultramarathon). Nach sechs Tagen kam er ins Ziel.

Tobias Breer (62) mit der Six Star Finisher Medaille, einer der höchsten Auszeichnungen für Hobbyathleten

Tobias Breer (62) mit der Six-Star-Finisher-Medaille, einer der höchsten Auszeichnungen für Hobbyathleten

Foto: Tim Foltin

Über 400 Marathons und Extremläufe auf 7 Kontinenten

Für ein Herzensprojekt ist er gerade den Marathon in Togo gelaufen. Die Spenden fließen unter anderem in einen Kindergarten-Neubau. Es ist schon die vierte Kita in Togo, die durch den deutschen Leistungssportler realisiert werden kann.

Wichtigste Challenge dabei: Die Lauftermine mit den Aufgaben als Gemeindepriester zu koordinieren. Denn Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen und Messen hält er natürlich auch ab. „Viele Predigten verfasse ich beim Laufen. Da habe ich Zeit, ohne Ablenkung fokussiert nachzudenken“, erklärt er.

Der Duisburger Pater (62) mit Brigitta Trzeczak und Hannah Siemes vom Verein Togo-Projekte e.V. und den afrikanischen Kita-Kindern

Der Duisburger Pater (62) mit Brigitta Trzeczak und Hannah Siemes vom Verein Togo-Projekte e.V. und den afrikanischen Kita-Kindern

Foto: Privat

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Längst ist der „Läufer im Auftrag des Herrn“ auch als Influencer fit. Zehntausende Follower bei Instagram, YouTube und Tiktok liken Glaubensinhalte und Sporterfolge, wie Pater Tobias’ Aufnahme ins „World Megamarathon-Ranking 300+“, die Weltrangliste der Läufer mit mehr als 300 Langstreckenerfolgen.

Pro absolviertem Lauf landen teils fünfstellige Summen auf dem Konto. Geld, ohne das das Leben in der Neumühler Herz-Jesu-Gemeinde ein schlechteres wäre. Der Gedanke ans Aufhören ist deshalb noch ganz weit weg. „Jeder Kilometer ist Hoffnung. Ich träume davon, an meinem 84. Geburtstag den letzten Marathon zu laufen“, lacht der Duisburger.