Große Letter: UKSH.

AUDIO: Nachrichten 16:00 Uhr – 23.05.2026 (3 Min)

Stand: 23.05.2026 16:44 Uhr

Cyberkriminelle haben Tausende Daten von Krankenhaus-Patienten und -Patientinnen abgegriffen. Davon betroffen sind auch Krankenhäuser in SH und HH. Insidern zufolge handelt es sich dabei um Erpressung. Experten gehen nicht davon aus, dass die Daten veröffentlicht werden.

Bei dem Cyberangriff auf einen externen Dienstleister mit Sitz im Saarland wurden Patientendaten gestohlen. Darunter waren auch Daten von Patientinnen und Patienten der Unikliniken in Schleswig Holstein (UKSH) und Hamburg-Eppendorf (UKE). Bei dem Angriff auf den Dienstleister handelt es sich offenbar um einen Erpressungsversuch. Davon gehen Insider nach NDR-Informationen aus. Demnach handele es sich dabei um ein gängiges Geschäftsmodell von Cyberkriminellen – Daten gegen Geld. In einer Stellungnahme des UKE heißt es, dass Experten nicht davon ausgehen, dass die Daten veröffentlicht werden. Auch der Insider, mit dem der NDR sprechen konnte, rechnet nicht damit: Er geht fest davon aus, dass das Lösegeld bezahlt und die Daten gelöscht wurden. Darauf beruhe schließlich das „Geschäftsmodell“ der Kriminellen.

Tausende Patientenakten gestohlen

Betroffen sind die Daten von rund 9.000 Patientinnen und Patienten, schreibt das UKSH auf seiner Seite. Es handelt sich vor allem um Namen, Adressen und Informationen zu Behandlungen an beiden Standorten in Kiel und Lübeck. Daten wie IBAN-Nummern seien nicht abgegriffen worden. Die Patientenversorgung war nicht betroffen, heißt es vom UKSH weiter.

Der Angriff auf den externen Dienstleister der Klinik fand schon Mitte April statt. Das komplette Ausmaß des Cyberangriffs ist noch nicht bekannt. Das Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein ist über den Fall informiert.

Auch das UKE in Hamburg meldet Angriff

Am UKE in Hamburg sind mehr als 5.000 Patientinnen und Patienten von dem Cyberangriff auf den externen Dienstleister betroffen – von ihnen wurden beispielsweise die Namen und Adressen gestohlen. Noch gravierender allerdings: In fast 1.500 Fällen wurden auch Inhalte aus Patientenakten abgegriffen – beispielsweise Diagnosen und weitere detaillierte Angaben über den Gesundheitszustand.

Krankenhäuser in ganz Deutschland betroffen

Die Daten wurden nach Angaben des UKE nicht von den Servern der Klinik gestohlen, sondern – ähnlich wie beim UKSH – von einem externen Dienstleister. Dieser Dienstleister übernimmt die Abrechnung von Privat- und Selbstzahler-Leistungen – also wenn man beispielsweise ein Einzelzimmer haben möchte. Betroffen seien nahezu alle Universitätskliniken und großen Krankenhäuser in Deutschland, so das UKE auf seiner Homepage.

Betroffene sollen informiert werden

Die Klinik will alle betroffenen Patientinnen und Patienten anschreiben und informieren. Der Cyberangriff fand nach Angaben des Abrechnungsunternehmens bereits Mitte April statt. Man drückte sein Bedauern aus und nehme den Vorfall sehr ernst. UKSH und UKE haben zudem Einzelheiten auf ihren jeweiligen Online-Seiten veröffentlicht.

Das Hautpgebäude und der Haupteingang des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).

Mehr als 5.000 Patientenakten sollen am UKE in Hamburg abgegriffen worden sein, auch das UKSH in Kiel ist betroffen. Offenbar forderten Kriminelle Geld.