Merz hatte den Vorschlag damit begründet, dass der EU-Erweiterungsprozess zu lange dauere. Ein solcher „assoziierter“ Status könne den Kandidatenländern bereits vor einer Vollmitgliedschaft mehr Einbindung ermöglichen. Gleichzeitig betonte der Kanzler, Deutschland unterstütze weiterhin eine vollständige EU-Mitgliedschaft der Ukraine. Auch sprach er sich dafür aus, die Beitrittsverhandlungen ohne weitere Verzögerungen voranzutreiben.

Selenskyj machte dagegen deutlich, dass Kiew nur eine vollwertige Mitgliedschaft akzeptieren wolle. „Ohne die Ukraine kann es kein vollständiges europäisches Projekt geben“, erklärte er. Die Ukraine ist seit 2022 offizieller EU-Beitrittskandidat, die Verhandlungen kommen jedoch nur schleppend voran. Vor allem Ungarn blockiert derzeit weitere Schritte im Aufnahmeprozess.

Ukraine: Russische Chemiefabrik im Landesinneren getroffen

Die ukrainische Armee hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj eine große Chemiefabrik in der russischen Region Perm angegriffen. Die Produktion bei Metafrax Chemical in der rund 1.700 Kilometer von der Grenze entfernten Region sei nach dem Angriff eingestellt worden. Das Werk liefere wichtige Komponenten für die russische Rüstungsindustrie, darunter für Drohnen, Raketentriebwerke und Sprengstoffe.

Unterdessen trifft eine russische Drohne einen Trauerzug am Rande der nordostukrainischen Stadt Sumy. Dabei werden nach Angaben des örtlichen Gouverneurs Ihor Kaltschenko ein Mensch getötet und weitere neun schwer verletzt. Lokalen Medienberichten zufolge traf eine gelenkte Angriffsdrohne die Straße in der Nähe eines Busses. Sumy liegt rund 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

Russland rationiert Treibstoff auf Krim

In der Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim
wird der Treibstoff für Autos rationiert. Die Abgabe ist bis auf Weiteres auf 20 Liter pro Fahrzeug begrenzt, teilt der örtliche Gouverneur Michail Raswoshajew mit. Er begründet den Schritt mit nicht näher genannten „logistischen Herausforderungen“. In Sewastopol ist die russische Schwarzmeerflotte stationiert. Am Mittwoch meldete die Nachrichtenagentur Reuters, dass fast alle wichtigen Ölraffinerien in Zentralrussland nach ukrainischen Drohnenangriffen ihre Produktion stoppen oder drosseln mussten. Zudem gilt in Russland von April bis Ende Juli ein Exportverbot für Benzin. Der russische Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow erklärte am Donnerstag, die Behörden sähen keine Gefahr für die Kraftstoffversorgung.

Brand in russischem Ölterminal nach Drohnenangriff

Herabstürzende Drohnentrümmer verursachten nach offiziellen Angaben einen Brand in einem Ölterminal im russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk. Dabei wurde ein Mann verletzt, wie der Einsatzstab der südrussischen Region Krasnodar auf Telegram mitteilte. Mehrere Gebäude sowie das Tanklager der Anlage seien getroffen worden. Rettungskräfte seien im Einsatz gewesen. In der weiter nördlich gelegenen Hafenstadt Anapa beschädigten Drohnen dem Einsatzstab zufolge zudem Wohnhäuser.

Ungarn verhängt Import-Verbot gegen Ukraine

Der ungarische Ministerpräsident Peter Magyar hat auf der Plattform X angekündigt, dass ukrainische Landwirtschaftsprodukte nicht mehr in sein Land importiert werden dürfen. Betroffen sind Rind-, Schweine-, Schaf- und Ziegenfleisch, Geflügel, Eier, Honig, Gemüse, Weizen, Roggen, Gerste, Mais, Buchweizen, Mehl, Sonnenblumenkerne, Speiseöl und Wein aus der Ukraine.

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