Jubel von Lukas Reichel

Stand: 23.05.2026 • 23:38 Uhr

Zweite Top-Leistung in Folge – aber reicht das noch? Nach Ungarn hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM auch Österreich bezwungen, der Weg ins Viertelfinale bleibt nach dem 6:2 (0:0, 2:1, 4:1), für das Dreifach-Torschütze Lukas Reichel hauptverantwortlich war, aber weit.


Sebastian Hochrainer

Nach dem überzeugenden 6:2-Sieg gegen Ungarn hatten das DEB-Team direkt umgeschaltet auf die nächste Chance, die Ausgangssituation im Kampf um das Viertelfinale zu verbessern. Mit drei Niederlagen war Deutschland gestartet, gegen die USA gab es den ersten Punkt, gegen Ungarn den ersten Sieg – aber es war allen bewusst, dass mit Österreich ein ganz anderes Kaliber auf die Mannschaft von Trainer Harold Kreis zukommen würde.

Torloses Drittel, dann zwei Tore in 66 Sekunden

Das bestätigte sich im vorletzten Gruppenspiel, von Beginn war die Partie extrem umkämpft, es ging hin und her und war ganz weit entfernt von der Einseitigkeit des Vortages gegen Ungarn. Beide Mannschaften erspielten sich mehrere Großchancen, vor allem in den letzten fünf Minuten des ersten Drittel standen die Goalies Philip Grubauer und Atte Tolvanen unter Dauerbeschuss – doch sie waren vorerst nicht zu bezwingen. Trotz bester Gelegenheit fiel in den ersten 20 Minuten kein Tor.

Das änderte sich im zweiten Durchgang dafür relativ schnell – zum Leidwesen der deutschen Mannschaft. Tim Harnisch brach über die Seite durch und war nicht aufzuhalten, brachte den Puck in den Mitte, wo Leon Wallner die Kelle reinhielt und zum 1:0 traf (23.). Allerdings schüttelte sich das DEB-Team und schlug direkt zurück, Reichel glich in der 24. Minute aus – zwischen den beiden Treffern lagen nur 66 Sekunden.

Reichel zum zweiten und zum dritten

Ein Unentschieden reichte den Deutschen aber nicht, sie mussten auf Sieg spielen – und gingen dann tatsächlich durch ein herausragend herausgespieltes Tor in Führung. Rund um das österreichische Tor kombinierte das DEB-Team und schließlich vollendete Josh Samanski (34.), der das Viertelfinal-Ziel wieder ein Stück weit realistischer machte. Für den brauchte es gegen Österreich und am Montag zum Abschluss gegen Großbritannien (20.20 Uhr) zwei Siege sowie noch ein wenig Schützenhilfe.

Der erste Schritt nahm immer mehr Formen an, als Reichel im Schlussdrittel seinen zweiten Treffer erzielte – 3:1 (46.). Manuel Wiederer sorgte wenig später für die vermeintliche Vorentscheidung (49.), doch Vinzenz Rohrer brachte Österreich praktish im Gegenzug schon wieder zurück ins Spiel (49.). Reichel schlug aber kurz danach ein drittes Mal zu (52.), an diesem Abend ließ sich Deutschland nicht mehr vom Weg abbringen – zumal Alexander Ehl per Empty-Net-Goal auf 6:2 erhöhte (55.).

Und trotzdem könnte der am Montag enden, weil nicht nur ein Sieg gegen das bisher punktlose Großbritannien reicht. Lettland und die USA dürfen ihre letzten beiden Gruppenspiele jeweils nicht gewinnen, damit keiner der beiden das DEB-Team von Platz vier verdrängt. Sollte Österreich die übrigen beiden Partien gegen Finnland und die USA verlieren, könnte Deutschland aber auch noch am Gegner des Samstagabends vorbeiziehen. Der Traum vom Viertelfinale lebt.

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