Auftritt der Toten Hosen beim Festival "Jamel rockt den Förster"

AUDIO: „Das letzte Album“ – Campino genießt totale Punktlandung (4 Min)

Stand: 24.05.2026 01:00 Uhr

Im Dokumentarfilm „Die Toten Hosen – das letzte Album“ begleitet Regisseur Eric Friedler die ikonische Rockband exklusiv über zwei Jahre hinweg bei der Entstehung ihres letzten Studioalbums. Ein ungeschminktes Porträt – zu sehen in der ARD Mediathek.

Seit 1982 gibt es die Band um ihren Sänger Campino, aber so etwas hatte sie zuvor nie zugelassen. Dass jemand dabei ist während der intensivsten Phase des musikalischen Schaffens, der Entstehung eines Studioalbums, und dass dieser jemand das alles mit einer Kamera dokumentiert. Aber der Anlass gibt es allemal her – es ist nach Aussage der Toten Hosen ihr letztes Studioalbum.

Momente voller Kreativität, Emotion, Freundschaft und Rock’n‘ Roll

„Trink aus! Wir müssen gehen“ heißt dieses stilecht und erscheint am 29. Mai. Es ist, beginnend mit „Opel-Gang“ (1983), über „Ein kleines bißchen Horrorschau“ (1988), „Kauf mich (1993), „Auswärtsspiel“ (2002) und „Ballast der Republik (2012), das 16. Studioalbum in mittlerweile 44 Jahren Bandgeschichte – und das erste seit „Laune der Natur“ (2017). Entstanden sind während der Zeit im Studio und der übrigen zwei Jahre einzigartige Momente voller Kreativität, Emotion, Freundschaft und Rock’n’ Roll.

Frage über Letztmaligkeit sorgt für Reibung in der Band

Regisseur Friedler gelingt ein Blick in den kreativen Maschinenraum, in dem sich die Bandmitglieder Campino, Andi, Breiti, Kuddel und Vom im Kampf um den besten Song nicht schonen. „Vielleicht brennt es in mir am meisten, diese Frage, wie man was mit Würde zu Ende bringt“, gesteht Campino offen. Ein Punkt, an dem Reibung in der Band sichtbar wird, denn Gitarrist Kuddel ist nicht glücklich, dass es das letzte reguläre Studioalbum ist: „Ich hätte mich nicht so entschieden.“

Ein Mann sitzt an einem Tisch und liest aus seinem Buch vor

Der Tote-Hosen-Frontmann gab am Freitagabend sehr persönliche Einblicke in seine Geschichte, untermalt mit musikalischen Einlagen.

Campino bestätigt in einem Interview die verschiedenen Sichtweisen der Bandmitglieder: „So was ist nie einstimmig. Der eine würde vorher, der andere eher später Schluss machen mit der ganzen Sache. Das erarbeiten wir zusammen und versuchen eine Linie zu finden. So eine Entscheidung kommt nicht über Nacht, das reift über einen gewissen Zeitraum. Und so ist es jetzt.“

Rostocker Marteria arbeitet an vielen Songs mit

Für die Band, deren Wurzeln in der Punkszene der 1980er-Jahre liegen, ist der Weg bis zur Genese des Albums steinig. Songs werden geschrieben und wieder verworfen, immer auf der Suche nach dem Besten. Auch der Rostocker Rapper Marteria arbeitet bei vielen Liedern mit.

Für Gitarrist Michael „Breiti“ Breitkopf ist das Abschotten der Band wichtig: „Es ist ein Prozess des endlosen Ausprobierens. Man kann auf nichts aufbauen oder zurückgreifen, denn mit jeder Idee, jedem Lied fängt man wieder bei Null an. Es war schon immer so, dass wir uns selber überlisten mussten, um eine Atmosphäre zu schaffen, wo man möglichst gut an Ideen kommt.“

Dass es das letzte Studioalbum sein soll, ist vor allem auch dem zeitlichen Lauf der Dinge geschuldet. „Wenn ich mir überlege, dass wir fürs nächste Album auch wieder neun Jahre brauchen würden, dann wäre ich in den 70ern, das mag ich mir nicht vorstellen. Deshalb ist auch dieses Gefühl in uns, dass dies die letzte Scheibe ist“, sagt Frontman Campino, der mit bürgerlichem Namen Alexander Frege heißt und am 22. Juni 64 Jahre alt wird.

„Es braucht uns nicht mehr ewig als Band in der Öffentlichkeit.“

Campino

Weniger klar ist, ob das für Juli 2027 in Düsseldorf angesetzte bislang letzte Konzert in Düsseldorf auch der Bühnenabschied sein wird. „Wann das letzte Konzert gespielt wird, haben wir noch nicht bestimmt. Wir als Band können uns in dem Sinne gar nicht auflösen, weil wir eine Verabredung auf dem Düsseldorfer Südfriedhof haben, wenn es mal mit uns in die Kiste geht“, sagt Campino. „Die Frage ist nur, wie lange will man diese Freundschaft auf einer Bühne zelebrieren. Wir sind immer schon mehr gewesen als die Musik oder als das, was die Leute von uns wahrnehmen. Und das bleibt.“

Der Dokumentarfilm „Die Toten Hosen – das letzte Album“ steht noch bis zum 19. Mai 2027 in der ARD Mediathek.

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