Kremlchef Wladimir Putin hatte dem ukrainischen Militär einen „Terrorakt“ vorgeworfen. Seinen Krieg gegen die Ukraine hatte er selbst 2022 begonnen und danach unter anderem das Gebiet Luhansk annektiert, das Kiew nun von Moskaus Besatzung befreien will.
Der ukrainische Generalstab warf Russland nach den Vorwürfen Putins Desinformation vor. In Starobilsk habe eine auf Drohnenangriffe gegen die Ukraine spezialisierte russische Militäreinheit operiert. Sie sei Ziel der Attacke gewesen.
Selenskyj kritisiert Merz-Vorschlag
In der Debatte um einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj einen Vorschlag aus Deutschland kritisiert. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte angeregt, für die Ukraine und andere Beitrittskandidaten eine Art Zwischenstatus zu schaffen: Die Länder könnten zwar an EU-Institutionen und Sitzungen teilnehmen, hätten aber kein Stimmrecht. Selenskyj bezeichnete das laut Reuters in einem Brief an führende EU-Vertreter als „unfair“. Die Ukraine dürfe in der Europäischen Union nicht „sprachlos“ bleiben.
Merz hatte den Vorschlag damit begründet, dass der EU-Erweiterungsprozess zu lange dauere. Ein solcher „assoziierter“ Status könne den Kandidatenländern bereits vor einer Vollmitgliedschaft mehr Einbindung ermöglichen. Gleichzeitig betonte der Kanzler, Deutschland unterstütze weiterhin eine vollständige EU-Mitgliedschaft der Ukraine. Auch sprach er sich dafür aus, die Beitrittsverhandlungen ohne weitere Verzögerungen voranzutreiben.
Selenskyj machte dagegen deutlich, dass Kiew nur eine vollwertige Mitgliedschaft akzeptieren wolle. „Ohne die Ukraine kann es kein vollständiges europäisches Projekt geben“, erklärte er. Die Ukraine ist seit 2022 offizieller EU-Beitrittskandidat, die Verhandlungen kommen jedoch nur schleppend voran. Vor allem Ungarn blockiert derzeit weitere Schritte im Aufnahmeprozess.
Ukraine: Russische Chemiefabrik im Landesinneren getroffen
Die ukrainische Armee hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj eine große Chemiefabrik in der russischen Region Perm angegriffen. Die Produktion bei Metafrax Chemical in der rund 1.700 Kilometer von der Grenze entfernten Region sei nach dem Angriff eingestellt worden. Das Werk liefere wichtige Komponenten für die russische Rüstungsindustrie, darunter für Drohnen, Raketentriebwerke und Sprengstoffe.
Unterdessen trifft eine russische Drohne einen Trauerzug am Rande der nordostukrainischen Stadt Sumy. Dabei werden nach Angaben des örtlichen Gouverneurs Ihor Kaltschenko ein Mensch getötet und weitere neun schwer verletzt. Lokalen Medienberichten zufolge traf eine gelenkte Angriffsdrohne die Straße in der Nähe eines Busses. Sumy liegt rund 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.
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