Die American Football League of Europe (AFLE) ist in ihre Debüt-Saison gestartet – und hat beim Heimsieg der Vienna Vikings gegen Berlin Thunder (49:7) prinzipiell genau das bestätigt, was man im Vorfeld von ihr erwarten konnte: Eine professionelle Aufmachung und ein sportlicher Wettbewerb, um dessen Spannung man sich Sorgen machen muss.

Schon das Intro-Video der AFLE machte Lust auf das erste Spiel und die Übertragung hielt dann auch auf jeden Fall mit: Tolle Bilder wurden aus Wien geliefert, auch die Qualität der Kommentatoren passte und die Grafiken wie die Spielstandsanzeige machten einiges her.

Erfreulich auch die Funktionen von AFLE+, dem hauseigenen Streaming-Dienst: Der Stream lief problemlos und ruckelfrei, zudem gab es die Möglichkeit, den Kommentar frei zu wählen: Englisch, Deutsch (von Sport1) oder nur der Stadionsound. Auch dieser Wechsel klappte flüssig. Parallel waren auf der Website Statistiken und jeder einzelne Spielzug sofort abgebildet, um das Spiel auch hier zu verfolgen.

Was das angeht, also ein wirklich guter Auftakt für die AFLE. Sportlich? Nunja. Die Vikings dominierten Berlin Thunder so, wie es zu befürchten war, und führten bereits zur Halbzeitpause mit 28:0.

Anfangs sah es noch so aus, als könnte es enger werden. Berlin hatte zunächst den Ball und kam mit einem schönen Drive bis an die Vier-Yards-Linie der Vikings. Dort aber war ein Pass von Quarterback Jakeb Sullivan unvollständig, Turnover on Downs. Von da an übernahmen die Vikings: Ben Holmes‘ Zwölf-Yards-Pass auf Darrell Stewart Jr. markierte den ersten Touchdown der AFLE-Geschichte und auch in den nächsten drei Drives fanden die Wiener die Endzone.

Berlin macht sich das Leben auch selbst schwer

Berlin machte sich dagegen immer wieder selbst das Leben schwer, vor allem durch Strafen: 108 Penalty-Yards schon zur Pause, dagegen standen 117 erzielte Yards der Offensive. Zudem bekam Sullivan einiges ab, die Berliner konnten ihren Quarterback nicht beschützen – eine Interception nach einem abgefälschten Pass vom Helm eines Mitspielers und ein Strip Sack inklusive.

In der zweiten Hälfte änderte sich das Bild nicht: Berlin spielte zwar sogar einigermaßen mit, war aber insgesamt überfordert mit den Vikings, die ihre Führung dann auch noch weiter ausbauten. Ein 41-Yards-Pass von Sullivan auf Jon Cole zum Touchdown verhinderte zumindest den Shutout.

Das erste Spiel der AFLE bekam somit ein ziemlich deutliches Ergebnis. Zu hoffen ist, dass es nicht zur Regel wird und das Sportliche mit der Präsentation wird mithalten können.