Bund plant Milliarden

Braunschweig steht fast schutzlos da

24.05.2026 – 12:05 UhrLesedauer: 2 Min.

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Verlassener Bunkerflur (Archivbild): Braunschweig hat keine geeigneten Schutzräume. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Olga Kostrova/imago)

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Bundesweit sind Hunderte Schutzräume nur noch Papierform, gewartet wird seit Jahren nicht. Auch ein Konzept für den Ernstfall gibt es bislang nicht.

Die Bundesregierung stellt den Bevölkerungsschutz neu auf. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat Eckpunkte für ein Sonderprogramm vorgelegt: Bis 2029 sollen rund zehn Milliarden Euro in den Zivil- und Bevölkerungsschutz fließen. Was bedeutet das für Braunschweig?

Öffentliche Schutzräume gibt es in der Stadt nicht. Das bestätigen sowohl die Stadt selbst als auch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) auf Anfrage der Braunschweiger t-online-Redaktion. Die BImA, seit 2020 zentrale Anlaufstelle für alle Fragen zu öffentlichen Schutzräumen, teilt mit, dass sämtliche ehemals gewidmeten Anlagen in Braunschweig „bereits rückabgewickelt“ wurden.

Ehemaliger Bunker Rehnstoben (Archivbild): Die Anlage diente als Luftschutzbunker.Vergrößern des BildesEhemaliger Bunker Rehnstoben (Archivbild): Die Anlage diente als Luftschutzbunker. (Quelle: Creative-Commons: Brunswyk)

Ein städtisches Konzept gibt es nicht – und ist laut Stadtverwaltung auch nicht in Planung. „Dieses Thema ist Sache des Bundes“, teilt das Referat Kommunikation mit. Die Stadt warte auf das nationale Schutzraumkonzept des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Auch in der Landeshauptstadt sieht es nicht viel besser aus.

Damit steht Braunschweig nicht allein: Bundesweit sind noch 579 Schutzräume mit rund 477.600 Plätzen formal dem Zivilschutz gewidmet – einsatzbereit ist davon keiner. Wartung und Instandhaltung wurden 2007 eingestellt.

Land mahnt zur Abstimmung

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) hat das Vorgehen des Bundes in der vergangenen Woche kritisiert. Die Länder seien über die Pläne nicht ausreichend eingebunden worden. Behrens mahnte eine bessere Koordinierung an – der Bund dürfe beim Bevölkerungsschutz nicht im Alleingang handeln.

Pressekonferenz mit Niedersachsens Innenministerin Behrens (SPD)Vergrößern des BildesNiedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (Archivbild). (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-bilder)

Weg vom Bunker, hin zur Tiefgarage

Der Bund verabschiedet sich vom Schutzraumdenken des Kalten Krieges. Statt großer zentraler Bunker sollen dezentrale „öffentliche Zufluchtsräume“ Schutz bieten – Tiefgaragen, Kellerräume, innen liegende Räume in Massivbauweise.

Auch die Nina-App soll ausgebaut werden und künftig den Weg zum nächstgelegenen Schutzort anzeigen. Die dafür nötige bundesweite Kartierung steht noch aus.