Nur einen Tag hat es gedauert, dann waren alle 150 Tickets zur Überraschungsvorstellung weg. Aufgrund von Renovierung gibt die Schauburg Karlsruhe die Kinosessel ihres Saals Cinema ab. Besucher können einen Sessel nach der Überraschungsvorstellung am Mittwoch, 27. Mai, selbst abbauen und mitnehmen.
„Letztes Jahr ging es ähnlich schnell“
In den vergangenen zwei Jahren hat die Schauburg ihre anderen beiden Kinosäle renoviert und ebenfalls deren Sitze abgegeben. Auch diese Veranstaltungen waren ausverkauft. „Letztes Jahr ging es ähnlich schnell“, erzählt Geschäftsführerin Saskia Fleischhauer im Gespräch mit der Redaktion am 20. Mai. Bis auf wenige Armlehnen seien alle 350 Sessel aus dem großen Saal mitgenommen worden.
„Jeder kann den Sessel mitnehmen, auf dem er sitzt“
Eine Reservierung sei vorab nicht möglich. „Jeder kann den Sessel mitnehmen, auf dem er sitzt“, sagt Fleischhauer. Wer es auf einen bestimmten Sessel abgesehen hat, sollte also früh da sein. Zwar rechne Fleischhauer nicht damit, dass Sessel übrig bleiben. Sollte dies dennoch der Fall sein, werden diese je nach Zustand entsorgt oder eingelagert.

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Der Kinosaal Cinema in der Schauburg. (Archivbild).
Foto: Lea Lange
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Der Kinosaal Cinema in der Schauburg. (Archivbild).
Foto: Lea Lange
Wer kein Ticket ergattern konnte, muss sich gedulden. „Es dauert jetzt wieder, bis die nächste Aktion kommt“, sagt Fleischhauer. Mit dem Cinema wird der letzte Kinosaal renoviert. Laut der Geschäftsführerin werden die neuen Sessel für die nächsten fünf bis zehn Jahre halten.
Schauburg verzeichnet steigende Besucherzahlen
Ende Mai muss das Universum-City am Europaplatz schließen. Diese Meldung wirft die Frage auf: Wie steht es eigentlich um andere Kinos in Karlsruhe, wie die Schauburg? Aktionen wie diese zeigen, dass es der Schauburg gut geht. „Unsere Besucherzahlen steigen tendenziell und sind nahe an den Ergebnissen vor der Corona-Pandemie“, sagt Kinoleiter Marcus Vetter auf Nachfrage der Redaktion am 11. Februar.
Zwar zeige sich, dass ältere Besucher über 70 Jahre nach der Pandemie eher nicht zurück ins Kino kommen. „Beispielsweise sind unsere Opern-Übertragungen nicht mehr so überragend besucht, wie zu Prä-Corona Zeiten“, sagt Vetter.

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Marcus Vetter, Theaterleiter der Schauburg in Karlsruhe.
Foto: privat
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Marcus Vetter, Theaterleiter der Schauburg in Karlsruhe.
Foto: privat
Dafür seien Events wie Extremsport-Kurzfilmveranstaltungen oder das Repertoirekino außerordentlich gut besucht. „Die fehlenden älteren Besucher werden durch eine neue Generation abgefedert“, schlussfolgert der Kinoleiter.
Kinobesuch trumpft gegenüber Kinoabend zu Hause
Von dem großen Angebot der Streaming-Plattformen fühle er sich nicht bedroht. „Wir hören immer wieder, dass ein Kinobesuch den Kinoabend zu Hause nicht ersetzen kann. Die Konzentration auf das Werk in gebührlicher Präsentation und auch das Gemeinschaftsgefühl können zu Hause nicht erzeugt werden“, sagt Vetter.

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Die Schauburg während der independant days 2023. (Archivbild)
Foto: Photo: Carmele/TMC-Fotografie
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Die Schauburg während der independant days 2023. (Archivbild)
Foto: Photo: Carmele/TMC-Fotografie
Trotzdem nehme er sich vor, offen für Veränderung zu bleiben. Das alleinige Vorführen von aktuellen Kinofilmen reiche nicht mehr aus. Die Tendenz gehe zu einzelnen Filmevents und kuratierten Filmreihen. „Wir setzen beispielsweise viel auf das analoge Filmerbe, was in unserem Technicolorfestival im Mai oder dem Todd AO 70mm Festival im Oktober zum Ausdruck kommt“, sagt er. Filmfans aus der ganzen Welt würden für die analogen Filmprojektionen anreisen. Denn: „Nur noch wenige Kinos können diese Formate auf die Leinwand bringen.“