10 Milliarden für Zivilschutz
Wohin die Menschen flüchten sollen
24.05.2026 – 12:22 UhrLesedauer: 3 Min.
Bunkergang unter dem Hauptbahnhof: Milliarden vom Bund sollen Zufluchtsräume reaktivieren. (Quelle: imageBROKER/Helmut Meyer zur Capellen/imago)
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18 Bunker hatte die Stadt einmal, fast 15.000 Schutzplätze. Wohin die Menschen in Nürnberg im Ernstfall flüchten sollen.
Die Bundesregierung stellt den Bevölkerungsschutz neu auf. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat im Kabinett Eckpunkte für ein Sonderprogramm vorgelegt: Bis 2029 sollen rund zehn Milliarden Euro in den Zivil- und Bevölkerungsschutz fließen.
Was bedeutet das für Nürnberg? Die Stadt zählt zu den wenigen in Deutschland, die eine konkrete bauliche Option in der Hinterhand hat – ihr U-Bahn-Netz.
Klassische Bunker dagegen sind in Nürnberg Geschichte. Bis zum Jahr 2000 verfügte die Stadt über 18 öffentliche Schutzräume mit rund 15.200 Schutzplätzen. Das teilt Andreas Franke vom Amt für Kommunikation und Stadtmarketing auf Anfrage von t-online mit.
Bunker wurden stillgelegt und verkauft
Seit 2005 wurden die Anlagen schrittweise aus der sogenannten Zivilschutzbindung entlassen – einer Folge des Bundesbeschlusses von 2004, das flächendeckende Schutzraumkonzept aufzugeben. Die Bunker wurden außer Betrieb genommen, die technischen Anlagen stillgelegt. Heute sind viele vermietet oder verkauft. Im früheren Hauptbahnhofbunker sitzt mittlerweile die Bahnhofsmission.
Nach Angaben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die bundesweit für die rechtliche Abwicklung öffentlicher Schutzräume zuständig ist, gibt es in Nürnberg derzeit noch vier formal gewidmete Schutzräume mit insgesamt 2.989 Plätzen – einen Hochbunker, zwei Tiefgaragen-Anlagen und einen Tiefbunker. Einsatzbereit ist keine der Anlagen. Wartung und Instandhaltung wurden 2007 bundesweit eingestellt.
Die U-Bahn als Schutzraum
Was Nürnberg von vielen anderen deutschen Großstädten unterscheidet: das U-Bahn-Netz. Nach den Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine rückt diese Infrastruktur in den Fokus des neuen Bundeskonzepts. „Hier könnte, technisch aufgerüstet und ausgestattet, eine größere Zahl an Menschen notfallmäßig und kurzzeitig untergebracht werden“, teilt die Stadt auf Anfrage der t-online-Redaktion in Nürnberg mit. Voraussetzung wären Be- und Entlüftung, sanitäre Anlagen und Sitz- beziehungsweise Liegemöglichkeiten.
- Blackout in Nürnberg? Was Bürger im Ernstfall wissen sollten
Diese Linie deckt sich mit der Stoßrichtung des Bundes. Die BImA erklärt auf Nachfrage: Bei punktuellen Angriffen mit kurzen Vorwarnzeiten erreichten zentrale Bunker die meisten Menschen nicht mehr rechtzeitig. Große Menschenansammlungen könnten zudem selbst zum Ziel werden.


