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Berlin – Wenn Unternehmen in finanzielle Schieflage geraten, liegt das oft an falschen Produkten, zu hohen Kosten, schwacher Nachfrage oder veralteten Strategien. Doch in diesem Fall ist der Grund tatsächlich ungewöhnlich: Ein E‑Bike-Pionier rutschte in die Insolvenz, weil die Miete zu teuer war – ausgerechnet in unserer Hauptstadt.

Ampler Bikes, ein estnischer Hersteller von Elektrofahrrädern, hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen ist unter anderem dafür bekannt, das erste USB-C-ladbare E-Bike der Welt entwickelt zu haben. Die Pleite liegt an einem unlösbaren Streit um den Mietvertrag der Berliner Niederlassung. Heißt im Klartext: Die hohe Miete sprengt die Kosten! Darüber berichten das estnische Portal Delfi sowie der Münchner Merkur.

Teures Pflaster: Die Mieten in Berlin sind sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen oft eine finanzielle Herausforderung

Teures Pflaster: Die Mieten in Berlin sind auch für Unternehmen häufig eine finanzielle Herausforderung

Foto: picture alliance/Zoonar

Wie das Unternehmen in die Insolvenz rutschte

In einer Erklärung an die Investoren schreibt Ampler-Vorstandsmitglied Kristjan Maruste, dass der Hauptgrund für den Konkursantrag der zehnjährige Mietvertrag des Büros in Berlin sei. Dieser wurde 2021 abgeschlossen, sei jetzt zu teuer für das Unternehmen und es habe sich als schwierig erwiesen, ihn loszuwerden. „Die Berliner Miete wurde in dem Moment, als wir für ein neues Kapitel bereit waren, zu einer finanziellen Sackgasse“, so Maruste.

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Der 2014 gegründete E-Bike-Hersteller versuchte, die Vertragsbedingungen der Immobilie zu ändern oder die Räumlichkeiten aufzugeben. Allerdings verlangte der Vermieter 1,2 Millionen Euro, um den Mietvertrag zu beenden. Laut Maruste machte diese Forderung es unmöglich, neue Investoren zu gewinnen. Amplers großer Anteilseigner Urban Mobility habe derweil Finanzierungen zurückgezogen.

Mitarbeiter stehen vor Kündigung

Im Rahmen des Konkursprozesses soll das Personal von Ampler – insgesamt 50 Mitarbeiter – entlassen werden. Eine gute Nachricht für die Nutzer der Fahrräder: Die Verwendung von Standardteilen sorgt dafür, dass die meisten Wartungs- und Reparaturarbeiten von regulären Fahrradgeschäften in ganz Europa durchgeführt werden können.